19.03.2007 - 14:06 - Vereine & Verbände
Soroptimist International Traunsee - Barbara Frischmuth las in der "Galerie 422"
Pressemitteilung von: Gerd Michael Wermescher / PR Agentur: matchmaker
S. I. Traunsee - im Herzen des Salzkammerguts zur internationalen Verständigung und weltumfassenden Freundschaft beitragen.
Engagement in der Kulturszene
Dieser Tage war eine der renommiertesten österreichischen Literatinnen, Barbara Frischmuth, auf Einladung des S.I. Clubs Traunsee www.rocg.uta4you.at/%7ESI-Traunsee/ zu Gast in der „Galerie 422“ www.galerie422.at von Clubschwester Margund Lössl. „Die zierliche kleine Frau hat keine PR-Gags nötig.“ Diese Eigenständigkeit zeigte sie auch schon als Schülerin und später als Studentin an der Universität Graz. Vor 40 Jahren hat es einen Schlafsaal im Gmundener Pensionat schulen.eduhi.at/ksgymgm/index.htm gegeben, in den sich manchmal noch zu später Stunde eine Klosterschwester schlich, weil es dort so spannend war. Die damals vierzehnjährige Barbara aus Altaussee erzählte jeden Abend eine Geschichte - bis sie sich eines Tages samt Hund zu Hause in ihr Zimmer einsperrte und weigerte, noch einmal nach Gmunden www.traunsee.at zu fahren. Das liegt lange zurück und so wusste sie an diesem Abend, die anwesenden Gäste zu beeindrucken.
„So erholsam...
...wie ein Nachmittag auf der Gartenbank." Im ersten Teil las Sie einen Text mit sehr biographischem Charakter aus ihrer Jugendzeit im Ausseerland. Im Anschluss gab es einige Kostproben aus dem soeben erschienen Werk „Marder, Rose, Fink und Laus“. Wie in den bisherigen zwei wundervollen literarischen Gartenbüchern erzählt Barbara Frischmuth mit Esprit und Ironie - diesmal von ihren Erfahrungen als Hauptmieterin einer eigenwilligen Garten-WG. Frischmuths literarische Gartenbücher sind eine Liebeserklärung an die Natur. Da sie eine exzellente Beobachterin ist, hat auch der gartenlose Naturliebhaber seine Freude an ihren stimmungsvollen, amüsanten Schilderungen, die von verführerischen Fotos ergänzt werden. Wie jeder Gärtner weiß Barbara Frischmuth, das sie sich die Bewohner ihres Gartens nur bedingt aussuchen kann. Eine Primadonna wie die Pfingstrose ist nicht anspruchsvoller als die angeblich genügsamen Gräser. Am unberechenbarsten sind die tierischen Mieter vom ritterlichen Kater Max und den mörderischen Lilienhähnchen bis zu Milli, der Erdkröte mit dem Zauberblick. Es war ein „vergnüglicher“ Abend in der „Galerie 422“ dessen gesamter Erlös den laufenden Projekten zur Verfügung gestellt wird. (gw)
Pressekontakt:
Elisabeth Hitzenberger
Clubsekretariat:
Gabriele Rastinger
Tel: +43 664 601651103
S.I. Traunsee: www.rocg.uta4you.at/%7ESI-Traunsee/
Unser laufendes Projekt Ist die Unterstützung des Vereins Feichtlgut. Eswerden diverse Hilfsmittel, Therapien und Zusatzeinrichtungen, die das Land OÖ nicht genehmigt, finanziert.
Das Feichtlgut ist ein Projekt für Menschen mit Behinderung. Der Bau wurde Ende 2002 fertiggestellt. 40 Jugendliche finden dort in Bereichen wie Holzbearbeitung, Hauswirtschaft, Textil und Gärtnerei Arbeit.
weiters:
Rhetorikkurs für Schülerinnen
Unterstützung Doris Lindner (Klavierspielerin)
Leitfaden für Frauen in Not - Wo bekomme ich Hilfe in Gmunden?
Die Strategie unseres Clubs S.I.Traunsee
# Wir helfen nicht um der Hilfe Willen, sondern um Projekte in Bewegung zu setzen, die eine Eigendynamik entwickeln. Es soll eine Sogwirkung entstehen und auch andere Initiativen miteinbeziehen.
# Unsere Mittel sind Eigenengagement, Initiative, Verantwortung und Respekt unseren Mitmenschen gegenüber, ferner Ausdauer in der Verfolgung unserer Ziele.
Die speziellen Ziele des S.I.Traunsee
# Ein Netzwerk untereinander zu bilden.
# Frauen und Kinder mit besonderer Begabung, die durch wirtschaftliche Umstände Unterstützung benötigen, zu fördern.
# Uns der Probleme Jugendlicher anzunehmen, besonders im Hinblick auf Gesundheit, Ausbildung und Beschäftigung.
# Eine Plattform für Menschen, die Unterstützung suchen, zu bilden.
# Engagement in der Kulturszene.
Galerie 422, www.galerie422.at
Editorial:
Ein guter Galerist hat viele Feinde - Künstler, Sammler, Kollegen oder das Publikum. Die Künstler setzen in ihn ihre Hoffnungen und werden zumeist enttäuscht. Würde er jeden Tag im Jahr mit einer Ausstellung einen neuen Star in den Künstlerhimmel heben, so könnte er bei weitem nicht alle, die es möchten oder verdienten, berücksichtigen. Also ist er der Sündenbock. Den Sammlern geht er zu wenig konform mit ihren Wünschen, dem Publikum ist er zu abgehoben oder zu konservativ und die Kollegen neiden ihm den Erfolg.
Nachdem wir es nicht jedem recht machen können und wollen und auf Grund von Qualitätsauflagen, die wir erfüllen müssen, gieren wir nicht unbedingt nach der Quote, sei es die Besucherzahl, oder der Verkauf, sondern erstellen ein Programm, wie unserer Meinung nach Kunst von heute sein kann, eine Mischung von abgesicherter Position und junger frischer, unüberprüfter Kunst.
Durch den glücklichen Umstand, dass durch den Kauf des benachbarten Eckhauses die Galerie größer wird, werden wir, nachdem unser Depot aus allen Nähten Platzt, nun beide Bereiche - aktuelle Wechselausstellungen und Künstler, die wir ständig vertreten - besser ans Publikum bringen können.
Sie sehen, wir werden immer besser - wo das noch hinführen wird.
Soroptimist International - www.soroptimist.org
Soroptimist is an international volunteer organization for business and professional women who work to improve the lives of women and girls, in local communities and throughout the world.
Founded in 1921, Soroptimist is an international organization for business and professional women who provide volunteer service to their communities. Almost 100,000 Soroptimists in about 120 countries and territories contribute time and financial support to community–based and international projects benefiting women and girls.
The name, Soroptimist, means “best for women,” and that’s what the organization strives to achieve. Soroptimists are women at their best working to help other women to be their best.
Soroptimist members belong to local clubs, which determine the focus of service to their communities. Club projects range from renovating domestic violence shelters, to providing mammograms to low-income women, to sponsoring self-esteem workshops for teenage girls. In addition, Soroptimists participate in organization-wide programs that include the Women’s Opportunity Awards, Soroptimist Club Grants for Women and Girls, the Soroptimist Workplace Campaign to End Domestic Violence, the Making a Difference for Women Award and the Violet Richardson Award.
Barbara Frischmuth - barbarafrischmuth.at/
Artikel von Dr. phil Elisabeth Welzig, in der Unizeit(Universität Graz).
Unangefochten vom Zeitgeist - Barbara Frischmuth verzichtet auf spektakuläre Themen
Frischmuth studierte an der Universität Graz exotische Fächer: Türkisch und Ungarisch. Dem "Zeitgeist" blieb sie auch als Schriftstellerin abhold.
Sie hat früher über Österreich gesprochen und wird es später wieder tun, aber jetzt, wo es sozusagen "in" ist, sich über seine Landsleute mehr oder weniger auszuschleimen, verweigert sie jeden Kommentar: "Ich möchte nicht in Kritikzwang geraten, weil die wirklichen Kritikpunkte dabei immer mehr verschmiert werden. Pauschaler Kritik mangelt es an Genauigkeit."
Barbara Frischmuth hat die Prominenz und die damit verbundene Macht nicht deformiert: Unangefochten von allen Strömungen des "Zeitgeistes" geht die Schriftstellerin ihren eigenen Weg. Sie ließ sich auch nicht in die von einigen Medien hochgepeitschten Streitereien unter den österreichischen Schriftstellern anläßlich der diesjährigen "Frankfurter Buchmesse" hineinziehen.
Die zierliche kleine Frau hat keine PR-Gags nötig. Dezent verweist sie auf einen Essay in dem soeben erschienenen Almanach "Reden über Österreich", mit dem sie ihren Tribut an das Jahr 1995 geleistet habe. "Die anstehenden Konflikte zu überdenken, etwa unser Verhältnis zu den Moslems, ist interessanter, als über Dinge zu sprechen, die ohnehin schon alle wissen."
Immer schon eigenständig - Diese Eigenständigkeit zeigte sie auch schon als Schülerin und später als Studentin an der Universität Graz. Vor 40 Jahren hat es einen Schlafsaal im Gmundener Pensionat gegeben, in den sich manchmal noch zu später Stunde eine Klosterschwester schlich, weil es dort so spannend war. Die damals vierzehnjährige Barbara aus Altaussee erzählte jeden Abend eine Geschichte - bis sie sich eines Tages samt Hund zu Hause in ihr Zimmer einsperrte und weigerte, noch einmal nach Gmunden zu fahren. Allerdings nicht, weil sie des Geschichtenerzählens überdrüssig geworden wäre, sondern weil sie das bereits geschriebene Vorzugszeugnis nicht ausgehändigt bekam:
Ihre Mutter, eine Hotelbesitzerin, deren Mann im Krieg gefallen war, hatte Schulden und konnte das Schulgeld nicht termingerecht bezahlen. Literarisch fand die Erfahrung in "Die Klosterschule" (1978) ihren Niederschlag. Die Novelle zählt neben dem Roman "Die Mystifikationen der Sophie Silber" (1976) zu den bisher meist gelesenen Büchern aus der Feder Frischmuths.
1956 mußte Barbaras Mutter das "Parkhotel" am Altausseer See endgültig aufgeben und übersiedelte nach Graz, wo sie das Brauhaus-Restaurant Reininghaus in Eggenberg pachtete. Barbara wechselte an das Pestalozzi-Gymnasium. In ihrem Maturajahr, 1959, debütierte sie bereits öffentlich mit Literatur im "Heimatsaal".
Es war ihr immer klar, daß sie Schriftstellerin werden wollte und für sie keine akademische Karriere in Frage kam, aber sie inskribierte dennoch: "Ich wollte nur ein bißl mehr wissen." Ihr Interesse galt der Orientalistik. "Das hatte mit Tausendundeiner Nacht zu tun und mit der Enge in Österreich - es sollte so exotisch wie möglich sein", aber dieses Fach gab es an der Universität Graz nicht. Ein Professor gab ihr daraufhin den Rat: "Machen's Türkisch, das ist auch von da unten."
Profitiert vom Herumhören - Frischmuth studierte Türkisch und Englisch, tauschte aber bald Englisch gegen das mit dem Türkischen verwandte Ungarisch ein. Die wenigen Studierenden dieser Sprachen trafen sich damals zu ihren Übungen im Meerscheinschlößl. In kürzester Studienzeit, nämlich nach sieben Semestern, hatte sie ihren akademischen Grad als Dolmetscherin für Türkisch (1963), und nach einem weiteren Semester war sie Übersetzerin für Ungarisch (1964): "Es war eine ziemlich aufregende Zeit meines Lebens. Ich stand im Zwiespalt zwischen der Sprache und dem Studieren. Es hat für mich damals viel begonnen, andererseits war ich auch ein wenig isoliert."
Wirklich profitiert habe sie vor allem "vom Herumhören": Die wissenshungrige Studentin besuchte Vorlesungen in Volkskunde, vergleichenden Sprachwissenschaften, Archäologie und Amerikanistik. Geistige Anregung fand sie auch in der Urania. Die Zuneigung zur Anthropologie und zur Ethnologie, die sie in jener Zeit entdeckt hatte, sei ihr bis heute erhalten geblieben, resümiert sie ihre Erfahrungen aus jenen Tagen.
Vom studentischen Leben hat Barbara nur wenig mitbekommen, weil sie schon damals in erster Linie mit den Literaten verbandelt war: "Leute wie Alfred Kolleritsch, Peter Handke, Walter Ernst, Hedi Wasserthal und Gunter Falk haben mich unter ihre Fittiche genommen." Für sie zwackte die Studentin im Gasthaus ihrer Mutter gern ein paar Wurstsemmeln und Getränke ab. "Meine Mutter war im Geschäft und ich hatte bis Mitternacht sturmfreie Bude, in der es oft zu hitzigen Diskussionen kam." Frischmuth war Gründungsmitglied des "Forum Stadtpark", an dessen Eröffnung im November 1960 sie aber nicht teilnehmen konnte, weil sie zu der Zeit gerade - als erste Europäerin - einen Studienaufenthalt an der anatolischen Universität Erzerum absolvierte.
Interesse am Islam
In Graz hatte Barbara auch engen Kontakt zu den iranischen Studenten. "Das Gasthaus meiner Mutter war deren Vereinslokal, aber sie hat nicht gewußt, daß das die ganz linken Perser waren. Ein Prinz war auch darunter", erinnert sich Frischmuth lachend.
Bis heute ist die Schriftstellerin am Islam äußerst interessiert: "Immer stärker, seit sich die Konflikte zuspitzen. Der Islam wird als Religion und Kultur für Dinge verantwortlich gemacht, die die Folge einer spätkolonialistischen Politik sind", formuliert sie präzise, so als wäre nicht die Dichtung, sondern die politische Analyse ihr eigentliches Fachgebiet. Eines ihrer letzten Projekte war es, Texte des umstrittenen Autors Salman Rushdie zu übersetzen: "Er ist ein sehr witziger und frecher, aber ein sehr guter Autor, der sehr genau gearbeitet hat."
Eine sechsteilige Hörspielfolge von Rushdie in Frischmuths Bearbeitung ist in Deutschland bereits gesendet worden und wird zu Weihnachten auch vom ORF ausgestrahlt werden. An einem Roman, der sich mit der islamischen Kultur beschäftigt, arbeitet sie auch zur Zeit. Er wird aber nicht vor 1997 veröffentlicht werden. Im nächsten Jahr wird ihr Roman "Das Verschwinden des Schattens in der Sonne" (1973), der sich ebenfalls mit der orientalischen Thematik befaßt, neu aufgelegt.
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Schon am Trip - Genauigkeit und Differenzierung sind Kriterien, die Frischmuth, deren Bücher bisher in 16 Sprachen übersetzt worden sind, immer wieder anwendet: "Die Menschen neigen zur Vereinfachung und die Literatur hat die Aufgabe darauf hinzuweisen." Bewirken allerdings könne die Literatur letztlich gar nichts: "Die Leute, die lesen, sind ohnehin schon am Trip." Eine eventuelle Wirkung habe die Literatur nur dann, wenn sie auf spektakuläre Themen verzichtet: "Sie kann nur Muster erstellen."
Bei allem Zweifel an der Wirkung des geschriebenen Wortes wird Frischmuth, die inzwischen wieder in Altaussee lebt, weiter schreiben - wenn auch mit mehr Gelassenheit als früher. Die Zeiten sind vorbei, als sie sich neben ihrem Sohn die ruhigen Stunden für das Schreiben erkämpfen mußte. Mittlerweile erholt sie sich bei der Gartenarbeit vom Schreiben.
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