(openPR) Berlin im März 2007. 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an Rückenschmerzen. Obwohl sich die meisten von ihnen nur gelegentlich mit den Schmerzen im Kreuz herumplagen, verschwinden bei etwa jedem Sechsten die Qualen selbst nach Monaten nicht. Wenn chronische Rückenschmerzen, also Beschwerden, die länger als sechs Monate andauern, auch nach der Behandlung mit modernen Verfahren nicht verschwinden, kann ein sogenannter Schmerzschrittmacher dauerhaft Linderung verschaffen. Prinzip: Bei der Rückenmarkstimulation hemmen sanfte Impulse die Schmerzweiterleitung zum Gehirn.
„Jetzt können wir nichts mehr für Sie tun“ – diesen Satz fürchten wohl die meisten Patienten mit wiederkehrenden oder ständig vorhandenen Rückenschmerzen. Zu Recht, denn für viele Mediziner hört nach Ausschöpfung ihrer Therapiemöglichkeiten die Behandlung auf. Häufig verschreiben sie dann Schmerzmittel, die Betroffene ein Leben lang in hoher Dosierung einnehmen müssen. In dieser Situation stellt die Rückenmarkstimulation jedoch eine wertvolle Alternative dar. „Direkt an die Wirbelsäule setzen wir einen sogenannten Impulsgenerator, der – ähnlich einem Herzschrittmacher – schwache elektrische Impulse über eine feine Elektrode an das Rückenmark abgibt. Betroffene verspüren dann anstatt der Schmerzen nur ein angenehmes leichtes Kribbeln“, erklärt Dr. med. Munther Sabarini, Neurochirurg und Begründer der Internationalen Wirbelsäulenklinik Berlin. Bei der minimalinvasiven Implantation der Elektrode spielt die punktgenaue Platzierung eine entscheidende Rolle. Unter lokaler Betäubung und durch ständige Kommunikation mit dem Patienten positioniert der Arzt – langfristige Erfahrungen vorausgesetzt – den Schrittmacher exakt an der richtigen Stelle. Hierzu verwendet Dr. Sabarini eine kleine Nadel und überprüft die Lage der Elektrode mit Röntgendurchleuchtung. Vom Rückenmark ausgehend, leiten Nerven die Impulse des Schrittmachers bis ins Gehirn und unterbrechen so die eigentliche Schmerzweiterleitung. In der Folge verschwinden Rückenschmerzen und Patienten nehmen ein schwaches Kribbeln im Schmerzgebiet wahr. Je nach Intensität der chronischen Rückenschmerzen stellen Ärzte die Impulseigenschaften individuell ein. Zusätzlich erhält auch der Patient ein Programmiergerät, mit dem er die Stimulationsstärke an veränderte Schmerzstärken anpassen kann. Oft wird die Methode bei Patienten mit Schmerzen trotz mehrfacher Operationen, mit Polyneuropathie, Phantomschmerz und anderen chronischen Zuständen angewandt.
„Bei erfolgreicher Behandlung liegt die erwartete Schmerzminderung bei 70 Prozent – für Menschen, die unter starken chronischen Rückenschmerzen leiden, eine enorme Erleichterung“, erklärt Wirbelsäulenexperte Dr. Sabarini. Weiterhin verringern Patienten ihren Schmerzmittelverbrauch drastisch. Nebenwirkungen treten bei dieser Therapie selten auf. Lediglich in der ersten Zeit nach der Implantation sollten Behandelte sportliche Aktivitäten nur eingeschränkt ausüben.
Weitere Informationen unter www.spine-clinic.de.


