07.03.2007 - 11:08 - Gesundheit & Medizin
Gesundheits-Infos im WWW: Regierungs-Websites werden ebenso schnell weggeklickt wie die der Pharma-Industrie
Pressemitteilung von: Forum Gesundheitspolitik
Internet-Nutzer, die nach Gesundheits- oder Krankheits-Informationen suchen, mögen Websites mit sehr detaillierten medizinischen Informationen, wie sie von staatlicher Seite veröffentlicht werden, gar nicht. Aber auch Websites der Pharma-Industrie werden schnell weggeklickt. Von Interesse sind hingegen Seiten mit einem "human touch", wo also beispielsweise persönliche Erfahrungsberichte anderer Seitenbesucher über ihre Krankheit oder Therapie zu finden sind. Dies sind Befunde eines englischen Forschungsprojekts, die von Wissenschaftlern der Universitäten Northumbria and Sheffield jetzt veröffentlicht wurden.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass die typischen Suchstrategien der Nutzer sich in drei Phasen vollziehen: Einer ersten Phase des schnellen Überfliegens einer Vielzahl aufgesuchter Seiten, einer zweiten Phase, in der recht genau der Inhalt einiger weniger übrig gebliebener Seiten geprüft wird. In einer letzten Phase werden dann Informationen auf diesen Seiten miteinander verglichen werden und einige wenige stabilisieren sich zu eigenen Lieblingsseiten.
Dabei fand sich das überraschende Ergebnis, dass schon in der ersten Phase Websites von Pharma-Unternehmen oder solche von staatlichen Gesundheitsbehörden (National Health Service) schnell wieder verlassen wurden. "Die medizinischen Informationen von Pharma-Unternehmen sind meist sehr zuverlässig", erklärte Professor Pamela Briggs, eine der Wissenschaftlerinnen des Projekts. Aber die Besucher misstrauten den Motiven und Zielsetzungen der Pharmaunternehmen. Websites mit Werbebannern für Medikamente oder ähnliches werden daher fast schon reflexartig wieder verlassen. "Unparteilichkeit ist bei der Suche nach Gesundheitsinformationen eine unabdingbare Voraussetzung, um Vertrauen zu haben." Doch auch den staatlichen Websites ging es nicht viel besser. Auch sie wurden meist schon nach schnellem Überfliegen wieder verlassen, meist deshalb, weil dort viel zu viel Informationen oder viel zu allgemeine Texte angeboten wurden.
Große Resonanz finden anderseits aber Websites, mit einem "human touch". Benutzer finden Seiten interessant, auf denen andere ihre persönlichen Erfahrungen mitteilen, über erlittene Krankheiten, erfolgreiche und erfolglose Therapien. Mitteilungen anderer über ihre persönlichen Probleme und Sorgen sind offensichtlich ein Kernelement, um Vertrauen aufzubauen. Von daher finden englische Seiten wie DIPEX - Database of Individual Patient Experiences oder Project AWARE ganz besonderen Zuspruch. Allerdings erkennen die Wissenschaftler hier auch Risiken der Manipulation. Es sei nicht auszuschließen, dass solche als besonders vertrauenswürdig erscheinenden Websites mit User-Beiträgen auch manipulativ mit Informationen gefüttert werden, die von Beauftragten aus dem Umfeld kommerzieller Einrichtungen und Unternehmen kommen.
Weitere Informationen:
www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index112.htm
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dr. Gerd Marstedt
Parkallee 39
28209 Bremen
Tel. 0421-218-4385
Email:
FORUM GESUNDHEITSPOLITIK ist eine private Initiative, die von gesundheitspolitisch engagierten Wissenschaftlern getragen wird. Zielsetzung ist eine fundiertere Information der Öffentlichkeit und insbesondere von Wissenschaftlern und Journalisten, Studenten/innen und politischen Entscheidungsträgern über gesundheitspolitische Rahmenbedingungen, gesetzliche Veränderungen in diesem Bereich sowie Ansprüche der Bevölkerung an das Gesundheitssystem. Die Website verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen.
Die Wissenschaftler stellten fest, dass die typischen Suchstrategien der Nutzer sich in drei Phasen vollziehen: Einer ersten Phase des schnellen Überfliegens einer Vielzahl aufgesuchter Seiten, einer zweiten Phase, in der recht genau der Inhalt einiger weniger übrig gebliebener Seiten geprüft wird. In einer letzten Phase werden dann Informationen auf diesen Seiten miteinander verglichen werden und einige wenige stabilisieren sich zu eigenen Lieblingsseiten.
Dabei fand sich das überraschende Ergebnis, dass schon in der ersten Phase Websites von Pharma-Unternehmen oder solche von staatlichen Gesundheitsbehörden (National Health Service) schnell wieder verlassen wurden. "Die medizinischen Informationen von Pharma-Unternehmen sind meist sehr zuverlässig", erklärte Professor Pamela Briggs, eine der Wissenschaftlerinnen des Projekts. Aber die Besucher misstrauten den Motiven und Zielsetzungen der Pharmaunternehmen. Websites mit Werbebannern für Medikamente oder ähnliches werden daher fast schon reflexartig wieder verlassen. "Unparteilichkeit ist bei der Suche nach Gesundheitsinformationen eine unabdingbare Voraussetzung, um Vertrauen zu haben." Doch auch den staatlichen Websites ging es nicht viel besser. Auch sie wurden meist schon nach schnellem Überfliegen wieder verlassen, meist deshalb, weil dort viel zu viel Informationen oder viel zu allgemeine Texte angeboten wurden.
Große Resonanz finden anderseits aber Websites, mit einem "human touch". Benutzer finden Seiten interessant, auf denen andere ihre persönlichen Erfahrungen mitteilen, über erlittene Krankheiten, erfolgreiche und erfolglose Therapien. Mitteilungen anderer über ihre persönlichen Probleme und Sorgen sind offensichtlich ein Kernelement, um Vertrauen aufzubauen. Von daher finden englische Seiten wie DIPEX - Database of Individual Patient Experiences oder Project AWARE ganz besonderen Zuspruch. Allerdings erkennen die Wissenschaftler hier auch Risiken der Manipulation. Es sei nicht auszuschließen, dass solche als besonders vertrauenswürdig erscheinenden Websites mit User-Beiträgen auch manipulativ mit Informationen gefüttert werden, die von Beauftragten aus dem Umfeld kommerzieller Einrichtungen und Unternehmen kommen.
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