06.03.2007 - 20:09 - Politik, Recht & Gesellschaft

Gastrosuisse versucht erneut den Schutz vor Passivrauch zu vernebeln.

Pressemitteilung von: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Nichtrauchen / SAN Zürich
Am Donnerstag, 1.März präsentierte Gastrosuisse den Medien einen Gesetzesentwurf, mit einem angeblich praktikablen und umfassenden Schutz vor dem Passivrauchen. Wir nehmen wie folgt Stellung dazu:

Gastrosuisse versucht erneut den Schutz vor Passivrauch zu vernebeln.

Gastrosuisse ist keineswegs für ein grundsätzliches Rauchverbot in Gastrobetrieben, wie behauptet wird, vielmehr sollen damit die laufenden Bemühungen torpediert werden.

Zuerst hat Gastrosuisse jahrelang in Zusammenarbeit mit ihrem Partner, der Vereinigung der Schweizerischen Zigarettenindustrie (CISC) unter dem Motto „Toleranz und Lebensfreude“ einen griffigen Schutz vor Passivrauch verhindert, danach wurde der freiwillige Weg propagiert um ein Gesetz zu verhindern, aber das ganze endete als Flop.

Mitte Mai 2006 befürwortete die Gastrosuisse plötzlich angeblich den Schutz vor Passivrauch, änderte aber gleich wieder seine Meinung mit dem Hinweis auf ein Kommunikationsproblem.

Kaum ist die Vernehmlassung für die parlamentarische Initiative für den Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft vor dem Passivrauchen des Zürcher FDP Nationalrates Prof. Dr. Felix Gutzwiller abgeschlossen, die endlich auch in der Schweiz den Grundsatz, dass Arbeitsplätze rauchfrei sind verankern soll, prescht der Wirteverband GastroSuisse mit einem eigenen «Gesetzesentwurf» vor.

Dieser soll dafür sorgen, dass die Gastrobranche die einzige ist, in der die Arbeitgeber weiterhin nicht verpflichtet werden, die Angestellten vor Passivrauch zu schützen.
Während die Initiative Gutzwiller Fumoirs, also abgetrennte Räume, in denen geraucht, aber nicht bedient wird vorsieht, um die Angestellten zu schützen, will Gastrosuisse nicht nur Raucherräume, in denen bedient wird, sodass die Gastroangestellten weiterhin als Menschen zweiter Klasse nicht von einem rauchfreien Arbeitsplatz profitieren, sondern Gastrobetriebe sollen grundsätzlich weiter als Raucherbetrieb geführt werden dürfen, und nur wo es zumutbar ist (was das auch immer heisst) soll zusätzlich ein Nichtraucherbereich geschaffen werden.
Ähnlich gummige Paragraphen erweisen sich bereits heute auf Kantonaler Ebene als Papiertiger, die nicht durchgesetzt werden können und völlig wirkungslos für den Schutz der Angestellten und der Gäste sind.

Aber selbst diese völlig ungenügenden Verbesserungen werden sich nicht umsetzen lassen, denn der Entwurf von Gastrosuisse sieht vor, dass Wirte, die das Rauchen dulden, nicht bestraft werden dürfen, sondern nur die Gäste. Dadurch ist das Gesetz unrealistisch und gar nicht durchsetzbar.

Zuletzt wird behauptet, das Rauchverbot lasse sich nicht über das Arbeitsgesetz durchsetzen, da die Gäste nicht dem Arbeitsgesetz unterstehen.

Dies ist eine faule Ausrede, da der Wirt das Hausrecht hat, und jeden, der andere Gäste belästigt, wegweisen kann. Lediglich zwei oder drei Kantone kennen überhaupt eine Bewirtungspflicht! Zudem ist der Schutz der Arbeitnehmer vor Passivrauch am Arbeitsplatz ganz klar die Aufgabe des Arbeitgebers – egal in welcher Branche.

Zusammengefasst will Gastrosuisse mit dieser Finte den bestehenden Zustand, der für die Angestellten und die nichtrauchende Mehrheit der Gäste absolut unbefriedigend ist zementieren, während die Arbeitsplätze aller anderen Branchen rauchfrei werden, und das Volk für dumm verkaufen.

Gastrosuisse will den wenigen rauchenden Gästen weiterhin das Recht bieten, den Grossteil nichtrauchender Gäste sowie das Servicepersonal mit Passivrauch zu belästigen. Die Gutzwiller Initiative hingegen würde hingegen Personal und Gäste zuverlässig vom Passivrauch schützen, während separate nichtbediente Fumoirs (Raucherräume) erlaubt wären.

Dieser Schutz ist dringend notwendig, da Passivrauchen am Arbeitsplatz unter anderem das Lungenkrebsrisiko verdoppeln kann. Zudem hat das Volk in sämtlichen Umfragen und Abstimmungen rauchfreie Arbeisplätze und Restaurants klar befürwortet.

Auch die Behauptung, dass ein Rauchverbot einen Umsatzeinbruch nach sich zieht, hat sich noch in keinem Land der Welt bewahrheitet. Die Wirte sparen Kosten und machen Mehrumsatz. Die einzigen, die langfristig Umsatzeinbussen zu befürchten haben, sind die Partner der Gastrosuisse – die Tabakmultis!

Schweizerische Arbeitsgemeinschaft Nichtrauchen - SAN Zürich
Postfach 1360
8610 Uster
Tel. 076/433-64-16


Wir setzen uns dafür ein, dass draussen geraucht wird, damit

- Sie drinnen atmen können.
- Nicht mehr jährlich 400 Nichtraucher am Passivrauch sterben.
- Sie nicht mehr durch Passivrauch krank werden.
- Sie nicht nur die "Entscheidung" haben zwischen passiv rauchen und zu hause bleiben.
- Asthmatiker und Lungenkranke nicht mehr diskriminiert und unschuldig aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden.
- Es den Aufhörwilligen (ca. 60% der Raucher) wesentlich leichter fällt, von der Sucht wegzukommen.
- Kinder und Jugendliche nicht mehr damit aufwachsen, dass Rauchen normal, allgegenwärtig und erwachsen sei.
(Wichtigster Pfeiler einer vernünftigen Jugendpolitik).
- die immensen Kosten fürs Rauchen (Kranheit, 16000 IV-Renten pro Jahr, Arbeitsausfall, Umsatzverlust etc.) die Allgemeinheit nicht mehr so stark belasten.

Zudem soll:

- der "freiwillige Verkaufsverzicht" an Kinder und Jugendliche durch ein gesetzliches Verkaufsverbot (analog Alkohol) ersetzt werden
- Tabakwerbung verboten werden.
- ein ärztlich begleiteter Entzug von den Krankenkassen finanziell unterstützt werden (billiger als die Folgekosten).

Worum es uns nicht geht:

- Wir wollen erwachsene Raucher weder bevormunden, noch umerziehen oder unnötig diskriminieren.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Wie soll das Ziel erreicht werden:

- Eine Volksinitiative soll gesamtschweizerisch das Rauchen am Arbeitsplatz (inkl. Restaurants, Bars, Zug, Kino, Disko etc.) verbieten.
- Um die Leute weiter für dieses Thema zu sensibilisieren, und zu zeigen, wieveil schöner der Alltag ohne Passivrauch ist, sind auf dem Weg dahin verschiedene Projekte geplant, sowie Infoveranstaltungen, Standaktionen etc.
- Nichtraucher sollen sich bewusst werden, dass sie 75% der Gesamtbevölkerung repräsentieren (mit den aufhörwilligen Rauchern zusammen sogar 90%), und
dass es nichts mit Toleranz oder persönlicher Freiheit zu tun hat, sich für seine demokratischen Rechte einzusetzen.

Weitere Infos auf unserer Website: www.rauch-frei.ch

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