04.03.2007 - 20:34 - Gesundheit & Medizin
Keine "Halbgötter in Weiß" mehr? Fakt ist: Der weiße Arztkittel ist für das Arztvertrauen bedeutungslos
Pressemitteilung von: Forum Gesundheitspolitik
Fördert ein weißer Arztkittel das Vertrauen von Patienten in die medizinische Kompetenz? Oder baut diese standestypische Kleidung ganz im Gegenteil eher Kommunikationsbarrieren auf und drängt Patienten in eine Rolle, in der sie ihre Ängste und Wünsche nicht mehr freimütig artikulieren können? Dieser Frage sind jetzt Wissenschaftler aus New Jersey und Philadelphia in einer experimentellen Studie nachgegangen.
Dazu bekamen 20 Ärzte und Ärztinnen einer großen gynäkologischen Universitätsklinik in New Jersey, USA, während einer dreimonatigen Studie unterschiedliche Anweisungen zu ihrer Bekleidung. Sie wurden dazu per Zufall einer von drei Gruppen zugeteilt. Sie mussten in diesem Zeitraum in ihrer Sprechstunde
• entweder legere, ganz normale Alltags- und Straßenkleidung tragen
• oder aber die typische Standeskleidung von Ärzten mit einem langen weißen Arztkittel
• oder auch typische Krankenhauskleidung, mit (meist grüner oder blauer) Jacke und Hose.
Die Ärztinnen und Ärzte bekamen hierzu ganz penible und detaillierte Anweisungen, was erlaubt war in Bezug auf die Schuhe, Hosen und Röcke, Jacken und Hemden.
Rund 1.100 Patientinnen, die in dem dreimonatigen Zeitraum der Studie mit einem oder einer der Gynäkologen/innen ein Arztgespräch von zumindest 10 Minuten Dauer hatten, wurden dann nach diesem Gespräch gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen.
Bei der Auswertung der Fragebögen zeigte sich dann als Ergebnis: Zwischen den drei etwa gleich großen Patientengruppen zeigten sich keinerlei Unterschiede, was die Patientenzufriedenheit anbetraf. Sowohl hinsichtlich der Gesamtbewertung (als Summe aus einzelnen Aspekten wie Sich-Wohlfühlen, Vertrauen, Kompetenz, Fachkenntnisse usw.) als auch hinsichtlich der Empfehlung an Freunde und der Prognose, ob man selbst wieder zu diesem Arzt oder dieser Ärztin gehen würde, unterschieden sich die Gruppen nicht. Bei dieser Analyse wurden auch Merkmale der Patientinnen: Hautfarbe, Alter, Schwangerschaft usw. mit berücksichtigt.
Die Wissenschaftler weisen auch noch einmal darauf hin, dass ihre Ergebnisse früheren Studien widersprechen, in denen eine Vorliebe der meisten Patienten für eine Standeskleidung mit weißem Kittel und Stethoskop gefunden wurde. "Offensichtlich", so argumentieren sie, "ist in diesen früheren Studien von Patienten nur das in Fernseh-Sendungen über Ärzte und in Anzeigen von Ärzten selbst verbreitete Klischee abgefragt worden." Sie heben hervor, dass Kommunikationsfähigkeit und Fachwissen für Patienten entscheidend sind, und nicht äußere Attribute eines Arztes.
Weitere Informationen:
www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index116.htm
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dr. Gerd Marstedt
Parkallee 39
28209 Bremen
Tel. 0421-218-4385
Email:
FORUM GESUNDHEITSPOLITIK ist eine private Initiative, die von gesundheitspolitisch engagierten Wissenschaftlern getragen wird. Zielsetzung ist eine fundiertere Information der Öffentlichkeit und insbesondere von Wissenschaftlern und Journalisten, Studenten/innen und politischen Entscheidungsträgern über gesundheitspolitische Rahmenbedingungen, gesetzliche Veränderungen in diesem Bereich sowie Ansprüche der Bevölkerung an das Gesundheitssystem. Die Website verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen.
Dazu bekamen 20 Ärzte und Ärztinnen einer großen gynäkologischen Universitätsklinik in New Jersey, USA, während einer dreimonatigen Studie unterschiedliche Anweisungen zu ihrer Bekleidung. Sie wurden dazu per Zufall einer von drei Gruppen zugeteilt. Sie mussten in diesem Zeitraum in ihrer Sprechstunde
• entweder legere, ganz normale Alltags- und Straßenkleidung tragen
• oder auch typische Krankenhauskleidung, mit (meist grüner oder blauer) Jacke und Hose.
Die Ärztinnen und Ärzte bekamen hierzu ganz penible und detaillierte Anweisungen, was erlaubt war in Bezug auf die Schuhe, Hosen und Röcke, Jacken und Hemden.
Rund 1.100 Patientinnen, die in dem dreimonatigen Zeitraum der Studie mit einem oder einer der Gynäkologen/innen ein Arztgespräch von zumindest 10 Minuten Dauer hatten, wurden dann nach diesem Gespräch gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen.
Bei der Auswertung der Fragebögen zeigte sich dann als Ergebnis: Zwischen den drei etwa gleich großen Patientengruppen zeigten sich keinerlei Unterschiede, was die Patientenzufriedenheit anbetraf. Sowohl hinsichtlich der Gesamtbewertung (als Summe aus einzelnen Aspekten wie Sich-Wohlfühlen, Vertrauen, Kompetenz, Fachkenntnisse usw.) als auch hinsichtlich der Empfehlung an Freunde und der Prognose, ob man selbst wieder zu diesem Arzt oder dieser Ärztin gehen würde, unterschieden sich die Gruppen nicht. Bei dieser Analyse wurden auch Merkmale der Patientinnen: Hautfarbe, Alter, Schwangerschaft usw. mit berücksichtigt.
Die Wissenschaftler weisen auch noch einmal darauf hin, dass ihre Ergebnisse früheren Studien widersprechen, in denen eine Vorliebe der meisten Patienten für eine Standeskleidung mit weißem Kittel und Stethoskop gefunden wurde. "Offensichtlich", so argumentieren sie, "ist in diesen früheren Studien von Patienten nur das in Fernseh-Sendungen über Ärzte und in Anzeigen von Ärzten selbst verbreitete Klischee abgefragt worden." Sie heben hervor, dass Kommunikationsfähigkeit und Fachwissen für Patienten entscheidend sind, und nicht äußere Attribute eines Arztes.
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