(openPR) Der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte BVAZ begrüßt alle Wege, mit denen der Allgemeinzahnarzt gestärkt wird. Eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Allgemeine Zahnheilkunde, wie sie kürzlich von der Zahnärztekammer Brandenburg beschlossen wurde, ist dafür aber definitiv nicht der richtige Weg!
Ein derartiger Alleingang, wie er hier von der Landeszahnärztekammer Brandenburg (offenbar auch ohne Abstimmung mit den anderen Landeszahnärztekammern) praktiziert wurde, öffnet der weiteren Aufspaltung und Zersplitterung unseres Berufsstandes Tür und Tor. Entgegen der Weiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer, nach der eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt vier Jahre nicht unterschreiten darf, will die Zahnärztekammer Brandenburg eine dreijährige Weiterbildung. Zahnärzte, die in der DDR den Titel "Facharzt für Stomatologie" trugen, können ohne weitere Prüfung zum Fachzahnarzt für Allgemeine Zahnheilkunde ernannt werden.
"Wir sind gegen eine solche Weiterbildung, weil der Zahnarzt bereits ein Facharzt ist – Spezialist für Mundgesundheit und Zahnheilkunde", erläutert Dr.med.dent. Günter Kau M.Sc. (Healthcare Management), der Vorsitzende des BVAZ, "Wir sind entschieden gegen eine solche Spaltung der Zahnärzteschaft in Fachzahnärzte und praktische Zahnärzte." Der BVAZ befürchtet ein Wiederaufleben des Dualismus in der Zahnheilkunde. Dieser schien seit Einführung des Zahnheilkundegesetzes 1952 überwunden. "Wir brauchen keine neuen Dentisten und wir wehren uns gegen eine willkürliche Abqualifizierung unseres Berufsbildes zu Barfußzahnärzten."
Als Begründung für die Einführung des Fachzahnarztes für Allgemeine Zahnheilkunde wurde von der Zahnärztekammer unter anderem angeführt, dass junge Zahnmediziner nach dem Studium zwar berufsfähig, auf Grund fehlender praktischer Fertigkeiten aber noch nicht berufsfertig seien. "Statt Aktionen wie ein derartiges umstrittenes Curriculum für die Brandenburger Zahnärztekammer zu entwickeln, sollten DGZMK-Vorsitzender Georg Meyer und seine verantwortlichen Kollegen an den anderen Hochschulen lieber ihrem Lehrauftrag nachkommen und dafür sorgen, dass diese Missstände in der Ausbildung endlich behoben werden!", moniert Günter Kau.
Das geforderte Leistungsspektrum der Brandenburger ist nach Ansicht des BVAZ rückwärtsgewandt und technikorientiert statt zahn-medizinisch. Es biete keine wirklich neuen Aspekte. "Der Berufsverband der Allgemeinzahnärzte BVAZ begrüßt die Einführung von strukturierter Fortbildung – aber nur, wenn die medizinisch-praktischen Aspekte überwiegen und ergebnisorientierte Qualität im Vordergrund steht", so Kau.
Berufsverband der Allgemeinzahnärzte in Deutschland BVAZ
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