02.02.2007 - 13:34 - Politik, Recht & Gesellschaft
Frauenverband Business and Professional Women kritisiert Gesundheitsreform: Verpasste Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit
Pressemitteilung von: BPW Germany e.V. / PR Agentur: corprint Kommunikation, Weinheim
Dr. Bettina Schleicher, Präsidentin der Business and Professional Women Germany: "Gesundheitsreform verpasst Chance für mehr Geschlechtergerechtigkeit"
Dagegen begrüße der BPW Germany die geplante kostenfreie, steuerfinanzierte Mitversicherung von Kindern. „Es ist richtig, die Gesundheitsversorgung von Kindern nicht allein auf die Solidargemeinschaft der Krankenversicherten abzuwälzen, sondern durch die Finanzierung aus Steuermitteln als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen“, unterstreicht die Rechtsexpertin des Verbandes, Barbara Schmitz. Der BPW Germany halte es allerdings verfassungsrechtlich für bedenklich, dass derzeit nicht geplant sei, das Prinzip auch auf privat krankenversicherte Kinder anzuwenden.
Ein weiterer Kritikpunkt des BPW Germany entzündet sich an der fehlenden geschlechtergerechten Ausgestaltung des Gesundheitssystems. „Krankheiten, Krankheitsverläufe und Krankheitssymptome gestalten sich bei Männern und Frauen unterschiedlich – die Reform berücksichtigt aber weder unterschiedliche medizinische Erfordernisse noch die unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Männern und Frauen“, hebt Schmitz hervor.
Unter dem Strich gelingt es aus Sicht des BPW Germany dem fast 600 Seiten starken Gesetzesvorhaben nicht, für mehr fairen Wettbewerb im deutschen Gesundheitssystem zu sorgen. „Statt einen Wettbewerb zwischen den Kassen werden wir einen Wettbewerb um die jungen Gesunden bekommen“, prognostiziert Schleicher. Die Krankenkassen werden die Nase vorn haben, die weniger Risikogruppen, weniger alte und behinderte Menschen und weniger Frauen im geburtsfähigen Alter unter ihren Mitgliedern haben. „Von der dringend notwendigen Stärkung des Solidargedankens in unserer Gesellschaft ist nach dem Kompromissgerangel nichts mehr übrig geblieben.“
Ihre Ansprechpartnerinnen:
Dr. Bettina Schleicher, Präsidentin BPW Germany e. V.
Tel.: 030-84 18 71 34, Fax: 030-84 10 84 84, E-Mail:
Barbara Schmitz, Rechtsexpertin BPW Germany e. V.
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Dr. Christiane Pfeiffer, Pressereferentin BPW Germany e. V.
Tel.: 06201-26 55 93, Fax: 06201-87 39 87, E-Mail:
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Mit 37 Clubs und über 1.700 Mitgliedern gelten die Business and Professional Women BPW) Germany als das bedeutendste branchen- und berufsübergreifende Frauennetzwerk in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und 1951 neu gegründete Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobby- und Projektarbeit auf nationaler und internationaler Ebene..
Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien und Politik und unterstützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. Der Verband ist Teil des BPW International, der in rund 80 Ländern vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Weitere Informationen unter www.bpw-germany.de.
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