28.12.2006 - 14:14 - Logistik & Transport

Deutschland im Aufschwung. Können wir jetzt einen Gang zurückschalten?

Pressemitteilung von: Ingenics AG / PR Agentur: Zeeb Kommunikation
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Jörg Herkommer, Vorstand der Ingenics AG
Experten-Statement zum Jahreswechsel 2006/2007

Deutschland zum Jahresanfang 2007: Die Stimmung ist gut, das Wirtschaftswachstum liegt in einigen Regionen über drei Prozent, für qualifizierte Jobs meldet der Arbeitsmarkt: Vollbeschäftigung. Die meisten Unternehmen sind mit ihrem Auftragsbestand mehr als zufrieden. Sind wir also über den Berg? Können wir einen Gang zurückschalten bei unseren Bemühungen um mehr Wettbewerbsfähigkeit? Selbstverständlich nein! Das hieße einen Großteil der Ernte abzuschreiben, kaum dass die Saat aufgegangen ist.

Es stimmt: Bei manch einem Unternehmen hat man angesichts ausgelasteter Kapazitäten begonnen, den Fokus unternehmerischen Handelns zu verschieben: Die Kosten geraten etwas aus dem Blick, man konzentriert sich auf Output, Qualität und Liefertreue. Tatsächlich haben sich die Vorzeichen geändert, nicht jedoch die Notwendigkeit von Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Denn der Druck der wachsenden Nachfrage offenbart auch Schwächen und Grenzen. So erweisen sich "verlängerte Werkbänke" im Ausland zunehmend als verantwortlich für Lieferengpässe und Qualitätsprobleme - und damit als Bedrohung für mögliches Wachstum. Hinzu kommt, dass die schnell wachsenden Personalkosten an vielen ausländischen Produktionsstandorten dazu beitragen, die hoch automatisierte und effiziente Fertigung in Deutschland wieder attraktiv zu machen.

Auch für Unternehmen, die noch - oder wieder - im Inland produzieren, ist es durchaus eine Herausforderung, mögliche Mehrmengen kurzfristig zu realisieren. Wer gut beraten ist, wird allerdings erkennen, dass Kapazitätssteigerungen oft ohne größere Investitionen möglich sind: durch die Beseitigung von Engpässen. Nadelöhrsituationen im eigenen Haus oder bei Lieferanten zu ermitteln und zu eliminieren, lohnt sich in mehrfacher Hinsicht, da man hier den Hebel für Kapazitätserweiterungen des gesamten Systems in die Hand bekommt und eventuell sogar lange angestrebte Marktpotenziale ausschöpfen kann.

Wer glaubt, das Wachstum werde sich in den kommenden Jahren selbst tragen, irrt gewaltig! Der Fachkräftemangel in Planung, Entwicklung und Fertigung zeigt uns jetzt schon Grenzen des Wachstums auf. Die Folgen fragwürdiger Skepsis gegenüber technologischen Entwicklungen, die durch die für Erziehung und Ausbildung verantwortlichen Institutionen nie aufgefangen wurden, zeigen sich deutlicher denn je. Dieses Problem wurde inzwischen erkannt, doch noch steigen die Studentenzahlen in den Ingenieursstudiengängen viel zu langsam. Die Industrie, die auf Erfolge der bildungspolitischen Aufräumarbeiten nicht warten kann, hat nur eine Chance: Durch konsequentes Lean Management in der Produktion wie auch in der Verwaltung die Folgen dieser Engpässe so gering wie möglich zu halten.

Fazit: Wer kein böses Erwachen riskieren will, sollte ans Zurücklehnen nicht einmal denken. Unter geänderten Vorzeichen bleibt die Effizienz, insbesondere die Prozessoptimierung im Sinne der Lean-Philosophie, eine der wichtigsten Stellgrößen der Unternehmensentwicklung und damit ein entscheidender Erfolgsfaktor.

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