07.12.2006 - 20:48 - Kunst & Kultur

Sense of Architecture. Architektur Laboratorium Steiermark

Pressemitteilung von: Deutsches Architektur Zentrum / PR Agentur: Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Eine Ausstellung in mehreren Akten - Eröffnung des Erstes Aktes: 07. Dezember 2006, 20 Uhr
Architekturdialog „Kulturen des Wohnens“:07. Dezember 2006, 16 – 19 Uhr

Ausstellung vom 08. Dezember 2006 – 28. Januar 2007
im Scharoun Saal
Öffnungszeiten: Di - Fr 12:00 –18:00 Uhr ; Sa – So 14:00 – 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
(geschlossen vom 23.–26.12.06 + 31.12.06 – 02.01.07 //
geöffnet vom 27.–30.12.06 14:00–18:00 Uhr)

Weitere Termine:
Eröffnung des Zweiten Aktes: 10. Januar 2007, 19 Uhr
Architekturdialog „Skulpturale Tendenzen und Produktive Ambiguitäten“: 10. Januar 2007, 16 – 19 Uhr

Berlin. Am 7. Dezember 2006 eröffnet im Deutschen Architektur Zentrum in Berlin die Ausstellung Sense of Architecture neue Sichtweisen auf Architektur. Sense of Architecture ist das zentrale Ausstellungsprojekt des international ausgerichteten Architektur Laboratorium Steiermark. Der Titel ist Programm und dementsprechend intensiv und sinnlich gestaltet Kuratorin Charlotte Pöchhacker, Direktorin von ARTIMAGE, mit der Ausstellung die Auseinandersetzung mit aktueller Architektur. „Sense of Architecture zeigt Architektur als sinnliches Erlebnis und Ausstellung als sinnliches Experiment,“ so die Kuratorin.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines eineinhalbjährigen Forschungsprojektes der Kuratorin und des international renommierten Filmemachers Heinz Emigholz. Emigholz hat sich exklusiv für die Ausstellung mit Bauwerken in und aus der Steiermark auseinandergesetzt. Rund 60 ausgewählte Projekte werden so in der Ausstellung filmisch vorgestellt, erforscht und erzählt. Dabei wird Sense of Architecture in zwei Akten „inszeniert“, die jeweils unterschiedliche Projekte und thematische Schwerpunkte vorstellen. Der Erste Akt startet am 07.Dezember mit dem Symposium „Architekturdialog – Kulturen des Wohnens“ und der offiziellen Eröffnung. Am 10. Januar erfolgt ein Szenenwechsel und eine komplett neue Ausstellung wird präsentiert. Den Auftakt zu Akt II bildet ein weiterer Architekturdialog zum Thema „Skulpturale Tendenzen und Produktive Ambiguitäten“. Sense of Architecture wird im Rahmen der DAZ_Forum-Reihe durch das Architektur Laboratorium Steiermark präsentiert und organisiert und ist ein Initiativprojekt von INSTRYRIA.

ie Ausstellung Sense of Architecture und die begleitenden Architekturdialoge widmen sich der aktuellen Architekturproduktion in und aus der Steiermark, der vielfältigsten und eigenwilligsten Architekturregion Österreichs. Mit rund 60 Projekten von fünf Architekturgenerationen zeigt das Architektur Laboratorium Steiermark ein spannendes heterogenes Feld, das weit über die Region hinaus internationale Marken setzt und dabei frisch und unkonventionelle Wege der Architekturproduktion einschlägt.

Aufmerksam haben die unkonventionellen architektonischen Haltungen aus der Steiermark schon seit den 1960er und frühen 1970er Jahren gemacht, als in Graz mit Aufsehen erregenden experimentellen Positionen wichtige Beiträge zur „Radikalen Architektur“ u.a. von Günther Domenig, Eilfried Huth, Raimund Abraham und Bernhard Hafner formuliert wurden. Die 1980er Jahre waren dann geprägt von der eigenständigen Positionierung unterschiedlichster Architekturhaltungen abseits vom postmodernen Mainstream. Dieses Phänomen wurde von dem Doyen der österreichischen Architekturkritik Friedrich Achleitner unter dem Label„Grazer Schule“ postuliert. Europaweite Beachtung fand das in jenen Jahren konzipierte „Modell Steiermark“, das gute Bedingungen für die Architekturproduktion speziell am sozialen Wohnbausektor schuf. Unkonventionell und in diesem Sinne der Architekturproduktion in und aus der Steiermark entsprechend ist der Zugang zu Architektur und die Gestaltung der Ausstellung Sense of Architecture selbst.Das in Zusammenarbeit mit dem Designer Alexander Kada entwickelte installative Ausstellungsdisplay bezieht den Besucher direkt mit ein.

Architektur als konzentriertes Abenteuer des Blicks

In einem eineinhalbjährigen Forschungsprojekt untersuchten Kuratorin Charlotte Pöchhacker und der international renommierte Filmemacher Heinz Emigholz, Professor für experimentelle Mediengestaltung an der Universität der Bildenden Künste Berlin, die aktuelle Architekturproduktion in und aus der Steiermark. Heinz Emigholz – bekannt für seine Architekturgeschichte revisionierenden Filmarbeiten z.B. über den amerikanischen Architekten Bruce Goff, der dadurch kürzlich wieder zentrales Interesse erfuhr – analysierte alle Architekturprojekte, die in der Ausstellung zu sehen sind mit seiner einzigartigen Kameraarbeit in einer unbeschreiblich konzentrierten visuellen Dichte. In seinen filmischen Arbeiten erzählt Heinz Emigholz von räumlichen Strukturen und Zusammenhängen, über Bezüge von Innenraum und Außenraum, fokussiert spannungsreiche Details. Jedes Bauwerk in der Ausstellung wird in einer eigenen Geschichte, die ohne Worte auskommt, erzählt. Spezifische Spannungsmomente entstehen durch zarte, beinahe unmerkliche Bewegungen im Bild. Eine leichte Bewegung von Blättern im Wind, eine sich kräuselnde Wasseroberfläche, Regentropfen, die langsam die Fensterscheibe hinunterlaufen. Der Betrachter wird gebannt durch den narrativen Duktus der Bilderzählung und betrachtet voll Erwartung die Entwicklung der räumlichen Narration. Es gelingt Heinz Emigholz, den Betrachter aktiv teilhaben zu lassen an seiner konzentrierten Erforschung der Architekturen.

Der künstlerischen Forschungsarbeit von Heinz Emigholz werden in der Ausstellung die Skizzen und Pläne der Architekten gegenübergestellt. Der Ausstellungsbesucher ist eingeladen, die konzentrierten Aussagen des puren Planmaterials mit den künstlerischen Erforschungen der umgesetzten Architekturprojekte zu vergleichen.

Aktuelle Architektur in und aus der Steiermark in 6 Themenblöcken

In der Ausstellung werden nicht einzelne Architekturbüros hervorgehoben, sondern vielmehr im Rahmen von sechs thematischen Bögen wichtige Themen der aktuellen Architekturproduktion untersucht. Innerhalb dieser sechs „topologischen Landschaften“ werden wesentliche Positionen und Lösungsansätze von Architekten auf drängende Fragen der Architektur im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Umbrüchen vorgestellt und in einen spannungsvollen Dialog zueinander gesetzt. Die Themen 1 bis 3 werden im Ersten Akt der Ausstellung und die Themen 4 bis 6 im Zweiten Akt vorgestellt.

1. Kulturen des Wohnens
Der Themenkomplex „Kulturen des Wohnens“ zeigt ausgewählte Projekte, die vom Solitär (z.B. Das Haus mit der Elefantenhaut von PPAG Architekten) bis hin zu Wohnprojekten in städtebaulicher Vernetzung (z.B. Das Terrassenhaus als Bremer Stadtmusikanten von ARTEC Architekten) sich damit beschäftigen, was das Wesen des WOHNENS heute für unsere Gesellschaft ausmacht und welche Antworten auf eine sich immer stärker differenzierende Gesellschaft gefunden werden können.

2. Öffentliche Strukturen. Handlungsdispositive
Der Themenkomplex „Öffentliche Strukturen. Handlungsdispositive“ zeigt Projekte, die sensibel auf heutige Konstruktion von Öffentlichkeit unter Berücksichtigung von Pluralität und Differenz eingehen.
Ein signifikantes Beispiel ist die Passarelle Simone de Beauvoir in Paris von Dietmar Feichtinger

3. Urbane Ländlichkeit. Neue Logiken des Landschaftsraums
Die Ausstellung zeigt hier Architekturen, die auf die rapide Urbanisierung des ländlichen Raumes reagieren und als Katalysatoren im gegenwärtigen strukturellen Umbruchsprozess in Folge von Rückzug der Landwirtschaft und einiger Industriezweige fungieren. Es sind Projekte, die zur Stärkung des ländlichen Raumes projektive Akzente setzen.

4. Bauen im Kontext. Projektive Transformationen
Transformationen und Neuformulierungen gehören heute zu den wichtigsten Aufgaben der Architektur. Gerade in der Steiermark zeichnen sich viele Projekte durch außergewöhnlich progressiven und gleichzeitig sensiblen Umgang mit alten Strukturen aus.

5. Skulpturale Tendenzen und Produktive Ambiguitäten
Experimentelle Tendenzen, Disziplinen übergreifende Projekte und stark ausgeprägte skulpturale Tendenzen prägen die heterogenen Architekturhaltungen in der Steiermark seit ihren internationalen Aufbrüchen der 60er Jahre. In Referenz auf Jorge Luis Borges’ Definition der „Ambiguität“ geht es hier um das Produktivmachen der vielfältigen Bezugnahmen von Architektur und Kunst. Beispiele: SPLITTERWERK: Grüner Laubfrosch, weichlbauer / ortis: WohnDNA

6. Architektur und Wissenschaft. Interdisziplinäre Herausforderungen
„Architekturen der Wissenschaft“ und „Wissenschaft der Architektur“ sind zwei aktuelle Themenbereiche hinsichtlich der Bedeutung von Architektur in Bezug auf Forschung und Innovation (Solarenergie, Akustik, Materialexperiment), Bauten für die Wissenschaft (Laboratorien und Forschungseinrichtungen) wie auch die Übertragung von Methoden aus der Wissenschaft auf die Architektur (Planungsmethoden, Visualisierungen).

Die sechs thematischen Bögen sind als Anknüpfungspunkte für die Architekturdialoge konzipiert, die an allen Ausstellungsorten als Plattformen des Erfahrungs- und Wissensaustausch parallel zur Ausstellung Sense of Architecture durchgeführt werden. Ergänzend zur Ausstellung entsteht eine zweibändige Publikation: Teil I: das Augenbuch SENSE OF ARCHITECTURE, das die visuelle Recherche von Heinz Emigholz dokumentiert und Teil II: das Theoriebuch ARCHTEKTURDIALOGE, das die Ergebnisse der Architekturdialoge im In- und Ausland zusammenfasst und wissenschaftlich ausarbeitet.

Deutsches Architektur Zentrum DAZ
Pressekontakt: Franziska Eidner
Köpenicker Str. 48/49
10405 Berlin

Tel. + 49 30 27 87 99 28
Fax + 49 30 27 87 99 25
www.daz.de


Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Das ARCHITEKTUR LABORATORIUM STEIERMARK ist eine Veranstaltung der INSTYRIA Kultur-Service GmbH - eine aktuelle Form der Architektur Promotion im In- und Ausland

Subventionsgeber: INSTYRIA; Kulturabteilung des Landes Steiermark, KUNST.Bundeskanzleramt / Österreich
Produktion des ARCHITEKTUR LABORATORIUM STEIERMARK: ARTIMAGE, GRAZ
Kuratorin: Charlotte Pöchhacker

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