07.12.2006 - 14:54 - Gesundheit & Medizin
Brachytherapie bei Prostatakrebs – Schonender und kostengünstiger als Totaloperation
Pressemitteilung von: Westdeutsches Prostatazentrum, Köln
Bei der Brachytherapie werden kleinste Strahlenquellen direkt in die Prostata eingebracht. Der Tumor wird durch die Strahlung gezielt zerstört, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
Im Rahmen einer Krankheitskostenanalyse der Universität Ulm konnten 177 Patienten befragt werden. Alle Patienten wurden nach der Diagnose Prostatakrebs mit der radikalen Entfernung der Prostata, der so genannten Prostatektomie, behandelt und waren zum Zeitpunkt der Befragung jünger als 56 Jahre und somit voll erwerbstätig. Das Ergebnis: Nach der Totaloperation waren die Patienten im Durchschnitt 104,4 Tage krankgeschrieben. Während 121 Patienten dann ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnahmen, wurden 12 Patienten arbeitslos, 9 wurden altersbedingt berentet und 21 Patienten sind aufgrund ihrer Krebserkrankung vorzeitig in den Ruhestand gegangen. So entstanden im Zeitraum von der Diagnosestellung bis drei Jahre nach der Operation pro Patient im Durchschnitt folgende Kosten: 465,79 € für den Patienten, 6.569,76 für den Arbeitsgeber, 16.356,96 € für die Krankenkasse, 13.304,88 € für die Rentenversicherung und 3.912,57 € für das Arbeitsamt.
Brachytherapie: Günstige und schonende Alternative
Je nach Stadium der Krebserkrankung stehen zwei Techniken der Brachytherapie zur Verfügung: Im Frühstadium die Seed-Implantation und im bereits fortgeschrittenen Stadium oder bei aggressiven Tumoren die Afterloading-Therapie. Beide Behandlungsformen basieren auf der inneren Bestrahlung des Krebses und stellen eine Alternative zur Totaloperation unter Erhalt der Prostata dar. Das bedeutet: Der Tumor wird durch die Strahlung gezielt zerstört, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Bei der Seed-Implantation werden bis zu 80 kurz strahlende, kleinste Strahlungsquellen aus Jodin in die Prostata implantiert. Die so genannten Seeds verbleiben in der Prostata und geben über mehrere Monate kontinuierlich Strahlung auf das Tumorgewebe ab und zerstören es somit. Bei der Afterloadingtherapie hingegen wird die Prostata nur kurzzeitig, dafür aber mit einer hohen Dosis bestrahlt. Dazu führt der Urologe gezielt spezielle Hohlnadeln in die Prostata ein, die mit einer zuvor berechneten Strahlenquelle beladen werden. Diese fährt dann Nadel für Nadel ab und bestrahlt in wenigen Minuten die gesamte Prostata. Während bei der Seed-Implantation nur eine Sitzung erforderlich ist, wird die Behandlung bei der Afterloading-Therapie im Abstand von je einer Woche wiederholt. Wichtigste Vorteile für die Patienten: Inkontinenz und Impotenz treten nur sehr selten auf, während nach der Totaloperation viele Patienten darunter leiden. Beide Behandlungen werden auch ambulant durchgeführt. Der Patient kann bereits wieder am folgenden Tag seiner Arbeit nachgehen. Regenerationszeiten sind äußerst gering. Die Brachytherapie wird nur auf Antrag und Prüfung im Einzelfall von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Westdeutsches Prostatazentrum
in der Klinik am Ring
Hohenstaufenring 28
50674 Köln
Tel. (+49)221 92424455
Fax (+49)221 92424660
E-Mail:
www.westdeutschesprostatazentrum.de
Das Westdeutsche Prostatazentrum in Köln bietet das gesamte Spektrum an Diagnose, Therapie und Nachsorge bei Prostataerkrankungen an. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Behandlung von Prostatakrebs mit innovativen Techniken der modernen Strahlentherapie (Brachytherapie) dar. Der Zusammenschluss erfahrener Spezialisten unter einem Dach ermöglicht dabei die Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.westdeutschesprostatazentrum.de .
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