(openPR) München im Dezember 2006. Bandscheibenvorfälle oder -verschleiß verursachen starke Schmerzen. Trotz intensiver Behandlung treten Beschwerden meist erneut auf und nach Operationen kommt es oft zu Rückfällen. Betroffene atmen nun auf: Erstmalig in Deutschland lösen die Spezialisten der Praxisklinik Dr. Schneiderhan und Kollegen das Problem mit einer Bandscheiben-Reparatur, der so genannten Autologen Bandscheibenzelltransplantation. Prinzip: Mediziner entnehmen der defekten Bandscheibe Gewebe mit Bandscheibenzellen, vermehren diese und pflanzen sie anschließend wieder ein. „Durch die neuen Zellen erlangt die Bandscheibe ihre ursprüngliche Höhe und Funktionalität zurück“, beschreibt Wirbelsäulenspezialist Dr. Schneiderhan die neue Methode. Quälende Schmerzen lassen rasch dauerhaft nach.
Bisher führte jede operative Entfernung eines Bandscheibenvorfalls zur Reduktion der natürlichen Pufferfunktion der kleinen Scheiben zwischen den Wirbeln. Genau wie bei einem Verschleiß der Bandscheiben reiben dadurch die Wirbelgelenke gegeneinander. Entstehende Schäden an beiden Strukturen führen zu starken Schmerzen. Mit dem neuen Verfahren regenerieren sich die Stoßdämpfer durch körpereigene Zellen. Besonders für zwei Gruppen von Patienten eignet sich die Zell-Transplantation: Sowohl Betroffenen mit einem Bandscheibenvorfall als auch Patienten mit Bandscheibenverschleiß hilft die neue Methode. Nach einem Vorfall gewinnen Ärzte die Zellen zur Züchtung einfach aus dem entfernten Stück Bandscheibe. Menschen mit Bandscheibenverschleiß entnehmen Mediziner eine winzige Menge gesunder Zellen in einem kleinen Eingriff. Um diese Entnahme schonend durchzuführen, entwickelten Dr. Schneiderhan und seine Kollegen feinste Spezialinstrumente. Mit einer dünnen Nadel, unter örtlicher Betäubung und einer leichten Schlafnarkose entnehmen sie so schmerzfrei wenige Zellen des Bandscheibengewebes. In einem externen Speziallabor regen Experten die Zellen anschließend in einer zuvor ebenfalls vom Patienten entnommenen geringen Menge Blut zum Wachstum an. Innerhalb von drei Monaten entstehen dadurch so viele Zellen, dass die Spezialisten sie wieder in den Kern der Bandscheibe einführen. „Transplantation klingt allerdings komplizierter, als es ist“, erklärt Dr. Schneiderhan: „In Schlafnarkose und unter Lokalanästhesie injizieren wir die Zellen über eine Spezialkanüle direkt in den Kern der Bandscheibe – der Patient spürt dabei nichts. Die Kanüle platzieren wir zuvor unter Bildwandlerkontrolle punktgenau.“ Anschließend vermehren sich Zellen weiter, schließen vorhandene Einrisse und sorgen für eine gesteigerte Wasseraufnahme. So vergrößern sich Bandscheiben auf ihre ursprüngliche Form und nehmen bereits nach kurzer Zeit ihre normale Stoßdämpferfunktion wieder auf.
Nach einem kurzen stationären Aufenthalt verrichten Patienten, unterstützt durch ein Rückenkorsett und spezielle schonende Übungen, schon nach einer Woche wieder leichte Tätigkeiten. Nach etwa vier Wochen üben sie Freizeitaktivitäten, die lange Zeit unmöglich waren, wieder aus. „Die Methode eignet sich sowohl für junge Menschen als auch für ältere Patienten, deren Bandscheibengewebe noch nicht zu sehr verschlissen ist“, unterstreicht der erfahrene Arzt. Weiterer Vorteil: Allergische Abstoßungsreaktionen treten nicht auf. Vollkommen schmerzfrei erfahren Betroffene so nach kurzer Zeit wieder eine neue Lebensqualität. Bereits seit 1999 bestätigen internationale Wissenschaftler in vielen Studien die hervorragenden Ergebnisse der Zell-Transplantation bei Rückenschmerzen.
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Praxis Dr. med. Schneiderhan und Kollegen
Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Anja Koutny
Eschenstr. 2
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