Europa: Bodenbildung bei hoher Volatilität

Pressemitteilung von: Activest
Zinsen tendieren seitwärts

In erlahmt die konjunkturelle Dynamik immer mehr. Mittlerweile zeigen fast alle Frühindikatoren eine weitere Abschwächung der Wirtschaft auf. Sowohl der Konsum als auch die Investitionen enttäuschen. Aber auch im Exportsektor ist aufgrund der globalen Konjunkturschwäche nur wenig Dynamik zu verspüren. An den Rentenmärkten der Euro-Zone stiegen im Laufe des vierten Quartals 2002 die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen von Anfang Oktober bis Anfang November von 4,3 auf ca. 4,6 Prozent zunächst leicht an. Danach fielen sie aber wieder auf das aktuelle Niveau von ca. 4,4 Prozent. Zu rechnen ist insgesamt mit einer Seitwärtsbewegung der zehnjährigen Zinsen auf dem aktuellen Niveau. Wegen einer sich weiter schwach entwickelnden konjunkturellen Dynamik erwarten wir in den nächsten drei Monaten grundsätzlich aber eher freundliche Rahmenbedingungen für die europäischen Bondmärkte.

Auf der Geldmarkt-Seite hat die Europäische Zentralbank (EZB) anstelle des teilweise schon im November von den Märkten erwarteten Zinsschrittes dann am 5. Dezember nach einjähriger Pause ihre geldpolitische Lockerungspolitik fortgesetzt: Die EZB senkte die Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte auf nunmehr 2,75 Prozent. Während von politischer Seite ein deutliches Zinssignal schon im Vorfeld mehrfach eingefordert wurde, hatte die EZB ihre Fokussierung auf die Preisstabilität trotz fortlaufender Revisionen der Wachstumsprognosen beibehalten. Zwar verharrt die Gesamt-Inflationsrate für Euroland noch leicht oberhalb des von der EZB angesetzten Stabilitätskorridors (0,0 – 2,0 Prozent). Jedoch reduzieren sich die verbleibenden Inflationsrisiken angesichts der seit Jahresmitte sukzessive verschlechterten Wachstumsperspektiven entscheidend.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Keine Reaktion auf Negativmeldungen

Seit Erreichen der Jahrestiefstände Anfang Oktober 2002 konnten die europäischen Aktienmärkte wieder deutlich zulegen und befinden sich derzeit in einer von hoher Volatilität geprägten charttechnischen Bodenbildungsphase. Obwohl das fundamentale und politische Marktumfeld als Belastungsfaktoren einzustufen waren, konnte das günstige Zinsumfeld, die attraktive Bewertung und die zunehmend sich verbessernde Charttechnik die Anleger wieder positiver für Aktien stimmen. Trendindikatoren, wie der wöchentliche MACD, signalisierten bereits eine nachhaltige Bodenbildung. Positiv war auch zu werten, dass die Kurse zuletzt nicht mehr auf negative Konjunkturdaten reagierten. Zusätzlich verbesserten sich die monetären Rahmenbedingungen für eine Stabilisierung der Konjunkturentwicklung in der Eurozone durch die Leitzinssenkung der EZB. Die Aussichten für eine weitere Kurserholung in den nächsten Monaten haben sich zuletzt von der Konjunkturseite (ausgehend von der US-Wirtschaft) verbessert, wenngleich die latente Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Irak weiterhin die Stimmungslage belastet. Unserer Meinung nach sollte sich in den nächsten Quartalen die internationale Konjunktur zunehmend stabilisieren und damit die Basis für eine Aufhellung der Ertragssituation der europäischen Unternehmen bilden. Umfangreiche Restrukturierungen und Kostensenkungsprogramme im Unternehmenssektor sollten im Jahr 2003 die Erholung der Unternehmenserträge unterstützen. Aufgrund der zur Zeit noch verhaltenen Unternehmensausblicke sind in den nächsten Monaten Gewinnrevisionen nach unten denkbar, wenngleich sich die Entwicklung der Unternehmensgewinne im Jahresverlauf 2003 stabilisieren sollte.

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