23.11.2006 - 14:43 - Politik, Recht & Gesellschaft
Erklärung zur Strafanzeige des J/B/i/D e.V. gegen Sacha Baron Cohen u.a. wegen des Films "Borat"
Pressemitteilung von: Jenischer Bund in Deutschland & Europa e.V.
Der J/B/i/D e.V., Bundesverband & Politische Interessensvertretung der JENISCHEN Minderheit in Deutschland hat eine der beiden Strafnzeigen gegen Sacha Baron Cohen u.a. gestellt.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in dieser Angelegenheit und vor allem was man von Seiten anderer nun daraus machen will sehen wir uns genötigt hier einige Dinge richtigzustellen:
Zwischen der Begründung unserer Anzeige und der des EZAF gibt es erhebliche (!)Unterschiede die auf gar keinen Fall übergangen werden dürfen. Wir wollten aufgrund der Geschmacklosen und durchaus auch beleidigenden Szenen gegenüber den „Zigeunern", mit denen der Volksmund oftmals auch die JENISCHEN Identifiziert, lediglich folgendes geklärt haben: Wo hört "Satire" tatsächlich auf und beginnt dann tatsächlich die Verletzung von Persönlichkeitsrechten anderer und WIE weit darf auch "Satire" in der Missachtung dieser Persönlichkeitsrechte gehen!?
Und weiter:
In wie weit darf man unter dem Deckmantel der „Satire" auch ganze Volksgruppen beleidigen und sogar deren Verstorbene noch in den Dreck ziehen!?
Kulturelle Traditionen, bzw. Existenzielle Grundlagen der Kultur die gerade für die ZIGEUNER allerhöchsten Stellenwert haben muss unserer Meinung auch, zumindest aber ab einer bestimmten Grenze (welche nun von einem Gericht definiert werden muss), die „Satire" von Sacha Baron Cohen respektieren.
Uns geht es jedoch in keinster Weise darum Einfluss auf die Rechte der Literatur, Presse oder gar der Meinungsfreiheit jedes einzelnen zu nehmen, diese wird auch von uns jedem, natürlich auch Herrn Cohen zugestanden. Dieser Film ist aber geradezu gespickt mit solchen Geschmacklosigkeiten, die unserer Meinung nach weit über diese Grenzen hinausgehen. Da bisher niemand genau definieren konnte wo diese denn genau liegen wird nun ein Gericht diese Grenzen festlegen müssen.
Von allen weitergehenden Maßnahmen, bzw. Strafanträgen dieses EAZF haben wir uns bereits in vorherigen Erklärungen distanziert. Für den J/B/i/D e.V. ist auch die Bezeichnung ZIGEUNER weder beleidigend noch abwertend.
Überhaupt sollte es den "Zigeunern" selbst überlassen sein diese, schon seit jeher von und für sich gebrauchte Bezeichnung auch selbst zu bewerten und nicht Leuten, die sich einfach das Recht herausnehmen über die Köpfe der „Zigeuner" selbst hinweg für diese in deren Namen zu sprechen und zu urteilen.
Der Jenische Bund in Deutschland e.V. distanziert sich daher in aller Form von diesem „Europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung" und (!) dessen Anzeigen! Wir verwehren uns gegen jeden Vergleich mit Personen, die im Namen von Minderheiten sprechen wollen denen Sie selbst anscheinend noch nicht einmal angehören!
Ebenso distanzieren wir uns in aller Schärfe von Äußerungen die ein evtl. abschlägiges Gerichtsurteil in dieser Angelegenheit von vorneherein in Frage stellten, bzw. ein Verbot auch mit Gewalt erzwingen wollten!
Als demokratisch orientierter Bundesverband lehnen wir jede (!) Form der Gewalt grundsätzlich ab!
Natürlich würden wir ein solches Urteil zwar als eine Art „Freibrief" für Beleidigungen ohne (!) Grenzen mehr als nur bedauern, aber die Gesetze unseres Landes und auch dessen Rechtsprechung, wie alle anderen Bundesbürger auch, respektieren.
Die nun offensichtlich auf Grundlage dieser Anzeige verübte Effekthascherei in der Öffentlichkeit ist uns zutiefst zuwider und ist mit ein Grund weshalb wir auch bisher alle erbetenen Intervieuw’s zu dieser Anzeige ablehnten, und diese auch in Zukunft ablehnen werden. Wir möchten uns nicht auf Kosten der Würde und dem Ansehen unserer Minderheit, zu deren Schutz diese Anzeige ja eigentlich dienen soll, in der Öffentlichkeit profilieren.
Timo A. Wagner
Vors. des Bundesrat’s der JENISCHEN in Deutschland - J/B/i/D e.V.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
J/B/i/D e.V.
Bundes-Sekretariat
PF: 1116
D-74843 Obrigheim Neckar
Tel/Fax: 06261/918576
www.jenischer-bund.org
Volksbund & Politisch-Kulturelle Interessensvertretung der JENISCHEN Minderheit in Deutschland und Europa e.V.
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in dieser Angelegenheit und vor allem was man von Seiten anderer nun daraus machen will sehen wir uns genötigt hier einige Dinge richtigzustellen:
Zwischen der Begründung unserer Anzeige und der des EZAF gibt es erhebliche (!)Unterschiede die auf gar keinen Fall übergangen werden dürfen. Wir wollten aufgrund der Geschmacklosen und durchaus auch beleidigenden Szenen gegenüber den „Zigeunern", mit denen der Volksmund oftmals auch die JENISCHEN Identifiziert, lediglich folgendes geklärt haben: Wo hört "Satire" tatsächlich auf und beginnt dann tatsächlich die Verletzung von Persönlichkeitsrechten anderer und WIE weit darf auch "Satire" in der Missachtung dieser Persönlichkeitsrechte gehen!?
Und weiter:
In wie weit darf man unter dem Deckmantel der „Satire" auch ganze Volksgruppen beleidigen und sogar deren Verstorbene noch in den Dreck ziehen!?
Kulturelle Traditionen, bzw. Existenzielle Grundlagen der Kultur die gerade für die ZIGEUNER allerhöchsten Stellenwert haben muss unserer Meinung auch, zumindest aber ab einer bestimmten Grenze (welche nun von einem Gericht definiert werden muss), die „Satire" von Sacha Baron Cohen respektieren.
Uns geht es jedoch in keinster Weise darum Einfluss auf die Rechte der Literatur, Presse oder gar der Meinungsfreiheit jedes einzelnen zu nehmen, diese wird auch von uns jedem, natürlich auch Herrn Cohen zugestanden. Dieser Film ist aber geradezu gespickt mit solchen Geschmacklosigkeiten, die unserer Meinung nach weit über diese Grenzen hinausgehen. Da bisher niemand genau definieren konnte wo diese denn genau liegen wird nun ein Gericht diese Grenzen festlegen müssen.
Von allen weitergehenden Maßnahmen, bzw. Strafanträgen dieses EAZF haben wir uns bereits in vorherigen Erklärungen distanziert. Für den J/B/i/D e.V. ist auch die Bezeichnung ZIGEUNER weder beleidigend noch abwertend.
Überhaupt sollte es den "Zigeunern" selbst überlassen sein diese, schon seit jeher von und für sich gebrauchte Bezeichnung auch selbst zu bewerten und nicht Leuten, die sich einfach das Recht herausnehmen über die Köpfe der „Zigeuner" selbst hinweg für diese in deren Namen zu sprechen und zu urteilen.
Der Jenische Bund in Deutschland e.V. distanziert sich daher in aller Form von diesem „Europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung" und (!) dessen Anzeigen! Wir verwehren uns gegen jeden Vergleich mit Personen, die im Namen von Minderheiten sprechen wollen denen Sie selbst anscheinend noch nicht einmal angehören!
Ebenso distanzieren wir uns in aller Schärfe von Äußerungen die ein evtl. abschlägiges Gerichtsurteil in dieser Angelegenheit von vorneherein in Frage stellten, bzw. ein Verbot auch mit Gewalt erzwingen wollten!
Als demokratisch orientierter Bundesverband lehnen wir jede (!) Form der Gewalt grundsätzlich ab!
Natürlich würden wir ein solches Urteil zwar als eine Art „Freibrief" für Beleidigungen ohne (!) Grenzen mehr als nur bedauern, aber die Gesetze unseres Landes und auch dessen Rechtsprechung, wie alle anderen Bundesbürger auch, respektieren.
Die nun offensichtlich auf Grundlage dieser Anzeige verübte Effekthascherei in der Öffentlichkeit ist uns zutiefst zuwider und ist mit ein Grund weshalb wir auch bisher alle erbetenen Intervieuw’s zu dieser Anzeige ablehnten, und diese auch in Zukunft ablehnen werden. Wir möchten uns nicht auf Kosten der Würde und dem Ansehen unserer Minderheit, zu deren Schutz diese Anzeige ja eigentlich dienen soll, in der Öffentlichkeit profilieren.
Timo A. Wagner
Vors. des Bundesrat’s der JENISCHEN in Deutschland - J/B/i/D e.V.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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