22.11.2006 - 12:58 - Politik, Recht & Gesellschaft
Dritte Protestaktion gegen rassistisches Denkmal in Hamburg
Pressemitteilung von: Black Community Hamburg / PR Agentur: Victoria B. Robinson
Der Protest der Schwarzen in Deutschland wächst weiter an. Die Black Community veranstaltet am 25. November ihre dritte Protestdemonstration gegen das Schimmelmann-Denkmal in Wandsbek: die Ehrung eines Mannes, der zu seiner Zeit der größte Versklaver und Menschenhändler weltweit war und dadurch zu einem der reichsten Männer Europas wurde.
Hintergrund :
Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat am 10. September ein Denkmal für Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) aufgestellt und feierlich eingeweiht. Eine Schande für Wandsbek, denn Graf Heinrich Carl von Schimmelmann, der Hamburg zu Reichtum und Ansehen verhalf, erreichte dies hauptsächlich durch den grausamen Handel mit versklavten Afrikanern. Jährlich verschleppte er ca. 80 000 Menschen von Afrika nach Amerika. Zudem gehörte Schimmelmann mit rund 1000 versklavten Menschen auf den eigenen Plantagen in seiner Zeit zu den größten Menschenhändlern und -schindern weltweit. Warum diese weitere Ehrung (in Hamburg Wandsbek gibt es schon eine Schimmelmannstraße, einen Schimmelmanstieg und eine Schimmelmannallee) heutzutage einem so umstrittenen Geschäftsmann mit verbrecherischem Hintergrund zuteil wird, ist unerklärlich und eine Verherrlichung der kolonialen Gräueltaten.
In der Presse haben der Bezirksamtsleiter Fuchs und Kultursenatorin von Welck, sowie die CDU-Abgeordneten bei einem öffentlichen Ausschuss (am 27.09.2006) das Schimmelmann-Denkmal mit einem Verweis auf dessen historische Bedeutung für Wandsbek zu rechtfertigen versucht. Diese zynische und beleidigende Argumentation ist ein Zeichen dafür, dass Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen in Deutschland nicht nur auf einer individuellen Ebene existiert, sondern sich soweit institutionalisiert hat, dass sich Politiker wie der Bezirksamtsleiter Fuchs und die Kultursenatorin von Welck, ungeachtet der Würde der Schwarzen Menschen, die Frechheit erlauben, einem Menschenhändler und rassistischen Verbrecher ein neues Denkmal zu setzen.
Empört über das Vorgehen in Wandsbek hat die Black Community in Deutschland am 25. September die erste Protestaktion mit über 60 Schwarzen Menschen erfolgreich durchgeführt. Viele Medien und Internet-Seiten berichteten über die Wut und Empörung der Schwarzen. Neben der Protestaktion nahmen Mitglieder der Black Community Hamburg am 27. September im Bezirksamt Wandsbek an dem öffentlichen Ausschuss für Finanzen und Kultur teil und forderten den Abriss des Denkmals. Die CDU-Abgeordneten im Ausschuss gerieten durch die Präsenz und Forderungen unserer Schwarzen Brüder und Schwestern unter Druck. Nach einer weiteren Protestaktion am 12. Oktober, zog die Black Community mit ihren Forderungen in die Wandsbeker Bezirksversammlung ein, wo über das Entfernen der umstrittenen Bronzeplastik abgestimmt wurde. Die CDU Abgeordneten, die die Mehrheit der Bezirksversammlung stellen, lehnten aus Formgründen die Anträge ab.
Doch die Black Community kämpft unbeirrt weiter und veranstaltet die nächste Protestaktion am 25. November um 13:00 Uhr in Wandsbek, zu der sie neben anderen Organisationen, auch politische Parteien und Schüler aus Wandsbek eingeladen hat. (Treffpunkt: Wandsbek-Markt, Puvogel-Garten gegenüber Rathaus Wandsbek).
Die Black Community in Deutschland ruft alle kritisch denkende und gerechtigkeitsliebende Menschen auf, sich uns anzuschliessen, um den Abriss dieses rassistischen Denkmals zufordern. Denn eigentlich sollte Deutschland die Erinnerung an eine barbarische Gestalt wie Graf von Schimmelmann zum Anlass nehmen, sich mit ihrer verbrecherischen Vergangenheit auseinander zu setzen und Reparationen und Wiedergutmachung an Afrika und der Schwarzen Diaspora zu bezahlen, wegen ihrer kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen. Einen Menschenhändler, Versklaver und Massenmörder zu ehren ist nichts anderes als Verharmlosung, Revisionismus und Negationismus, und das stellt wiederum eine rassistische Diskriminierung, Beleidigung, Verächtung und Missachtung der Würde von Schwarzen Menschen in Hamburg, Deutschland und weltweit dar.
Wir fordern den sofortigen Abriss dieses rassistischen Denkmals! Wir fordern den Rücktritt des Bezirksamtsleiters Gerhard Fuchs (CDU) und der Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos)! Wir fordern eine offizielle, öffentliche Entschuldigung des Bezirksamts Wandsbek und der Hansestadt Hamburg bei der Black Community! Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen offiziell bei der Black Community in Deutschland zu entschuldigen, sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!"
Mehr Informationen zu den Protestaktionen der Black Community in Hamburg und Deutschland, sowie ausführliche Hintergrundsinformationen zu Graf Heinrich Carl von Schimmelmann, gibt es unter www.black-hamburg.de
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Black Community Hamburg
Pressekontakt: Victoria B. Robinson, 0177-23 28 305,
Nicola Joseph, 0151-11622020,
Mitveranstalter:
AG-REPARATIONEN u. AG-PANAFRIKANISMUS/AFRIKAS BEFREIUNG der Black Community in Deutschland, SOS-Struggles Of Students, ARA-African Refugees Association, BSO-Black Students Organisation, Quilombo Brasil-Radio Mamaterra, Colour Music, AYACSA e.V.-African-German Youth Arts, Culture & Science Association, RE- Refugees Emancipation, Women in Exile, The Voice Refugee Forum, BFI- Brandenburger Flüchtlingsinitiative, ADEFRA e.V.-Schwarze Frauen in Deutschland, ISD-Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Pan African Women Liberation Organization (PAWLO'“Germany), mit der Unterstützung von: ASU- Afrikanische Studentenunion, SFC-Schwarze Frauen Community in Österreich, PAMOJA-Movement of Young African Diaspora in Österreich
Hintergrund :
Das Bezirksamt Hamburg-Wandsbek hat am 10. September ein Denkmal für Graf Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) aufgestellt und feierlich eingeweiht. Eine Schande für Wandsbek, denn Graf Heinrich Carl von Schimmelmann, der Hamburg zu Reichtum und Ansehen verhalf, erreichte dies hauptsächlich durch den grausamen Handel mit versklavten Afrikanern. Jährlich verschleppte er ca. 80 000 Menschen von Afrika nach Amerika. Zudem gehörte Schimmelmann mit rund 1000 versklavten Menschen auf den eigenen Plantagen in seiner Zeit zu den größten Menschenhändlern und -schindern weltweit. Warum diese weitere Ehrung (in Hamburg Wandsbek gibt es schon eine Schimmelmannstraße, einen Schimmelmanstieg und eine Schimmelmannallee) heutzutage einem so umstrittenen Geschäftsmann mit verbrecherischem Hintergrund zuteil wird, ist unerklärlich und eine Verherrlichung der kolonialen Gräueltaten.
In der Presse haben der Bezirksamtsleiter Fuchs und Kultursenatorin von Welck, sowie die CDU-Abgeordneten bei einem öffentlichen Ausschuss (am 27.09.2006) das Schimmelmann-Denkmal mit einem Verweis auf dessen historische Bedeutung für Wandsbek zu rechtfertigen versucht. Diese zynische und beleidigende Argumentation ist ein Zeichen dafür, dass Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen in Deutschland nicht nur auf einer individuellen Ebene existiert, sondern sich soweit institutionalisiert hat, dass sich Politiker wie der Bezirksamtsleiter Fuchs und die Kultursenatorin von Welck, ungeachtet der Würde der Schwarzen Menschen, die Frechheit erlauben, einem Menschenhändler und rassistischen Verbrecher ein neues Denkmal zu setzen.
Empört über das Vorgehen in Wandsbek hat die Black Community in Deutschland am 25. September die erste Protestaktion mit über 60 Schwarzen Menschen erfolgreich durchgeführt. Viele Medien und Internet-Seiten berichteten über die Wut und Empörung der Schwarzen. Neben der Protestaktion nahmen Mitglieder der Black Community Hamburg am 27. September im Bezirksamt Wandsbek an dem öffentlichen Ausschuss für Finanzen und Kultur teil und forderten den Abriss des Denkmals. Die CDU-Abgeordneten im Ausschuss gerieten durch die Präsenz und Forderungen unserer Schwarzen Brüder und Schwestern unter Druck. Nach einer weiteren Protestaktion am 12. Oktober, zog die Black Community mit ihren Forderungen in die Wandsbeker Bezirksversammlung ein, wo über das Entfernen der umstrittenen Bronzeplastik abgestimmt wurde. Die CDU Abgeordneten, die die Mehrheit der Bezirksversammlung stellen, lehnten aus Formgründen die Anträge ab.
Doch die Black Community kämpft unbeirrt weiter und veranstaltet die nächste Protestaktion am 25. November um 13:00 Uhr in Wandsbek, zu der sie neben anderen Organisationen, auch politische Parteien und Schüler aus Wandsbek eingeladen hat. (Treffpunkt: Wandsbek-Markt, Puvogel-Garten gegenüber Rathaus Wandsbek).
Die Black Community in Deutschland ruft alle kritisch denkende und gerechtigkeitsliebende Menschen auf, sich uns anzuschliessen, um den Abriss dieses rassistischen Denkmals zufordern. Denn eigentlich sollte Deutschland die Erinnerung an eine barbarische Gestalt wie Graf von Schimmelmann zum Anlass nehmen, sich mit ihrer verbrecherischen Vergangenheit auseinander zu setzen und Reparationen und Wiedergutmachung an Afrika und der Schwarzen Diaspora zu bezahlen, wegen ihrer kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen. Einen Menschenhändler, Versklaver und Massenmörder zu ehren ist nichts anderes als Verharmlosung, Revisionismus und Negationismus, und das stellt wiederum eine rassistische Diskriminierung, Beleidigung, Verächtung und Missachtung der Würde von Schwarzen Menschen in Hamburg, Deutschland und weltweit dar.
Wir fordern den sofortigen Abriss dieses rassistischen Denkmals! Wir fordern den Rücktritt des Bezirksamtsleiters Gerhard Fuchs (CDU) und der Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos)! Wir fordern eine offizielle, öffentliche Entschuldigung des Bezirksamts Wandsbek und der Hansestadt Hamburg bei der Black Community! Darüber hinaus fordern wir die deutsche Wirtschaft, Kirchen, und Landes- und Bundesregierungen auf, sich für ihre kolonialen, Nazi- und neokolonialen Verbrechen an Schwarzen Menschen offiziell bei der Black Community in Deutschland zu entschuldigen, sowie Reparationen und Wiedergutmachungen an Afrika und die Schwarze Diaspora zu zahlen!"
Mehr Informationen zu den Protestaktionen der Black Community in Hamburg und Deutschland, sowie ausführliche Hintergrundsinformationen zu Graf Heinrich Carl von Schimmelmann, gibt es unter www.black-hamburg.de
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Nicola Joseph, 0151-11622020,
Mitveranstalter:
AG-REPARATIONEN u. AG-PANAFRIKANISMUS/AFRIKAS BEFREIUNG der Black Community in Deutschland, SOS-Struggles Of Students, ARA-African Refugees Association, BSO-Black Students Organisation, Quilombo Brasil-Radio Mamaterra, Colour Music, AYACSA e.V.-African-German Youth Arts, Culture & Science Association, RE- Refugees Emancipation, Women in Exile, The Voice Refugee Forum, BFI- Brandenburger Flüchtlingsinitiative, ADEFRA e.V.-Schwarze Frauen in Deutschland, ISD-Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, Pan African Women Liberation Organization (PAWLO'“Germany), mit der Unterstützung von: ASU- Afrikanische Studentenunion, SFC-Schwarze Frauen Community in Österreich, PAMOJA-Movement of Young African Diaspora in Österreich
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