16.11.2006 - 18:43 - Politik, Recht & Gesellschaft
direct/ FAZ: Großer Ärger in der Nato über Deutschland - Kanadische Soldaten starben in Afghanistan, weil Berlin nicht helfen wollte
Pressemitteilung von: FAZ
Der Druck auf Deutschland und andere Nato-Partner, innerhalb der Afghanistan-Stabilisierungsmission Isaf nationale Vorbehalte aufzugeben und sich mehr im umkämpften Süden des Landes zu engagieren, nimmt zu. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Freitagausgabe). Auf der Nato-Parlamentarierversammlung in Quebec, die am Freitag endet, sei das ein "Riesenthema" gewesen, zitierte die F.A.Z. deutsche Teilnehmer.
Der Bundestagsabgeordnete Max Stinner (FDP) zitierte einen britischen Teilnehmer, der sich über einen Fall von unterlassener Hilfeleistung beklagte, was letztlich zwölf kanadische Soldaten das Leben gekostet habe. Während der Operation "Medusa" im Sommer habe der Isaf-Kommandeur um 150 Mann Kampftruppen zur Unterstützung erbeten, weil kanadische Einheiten in schwere Bedrängnis geraten seien. Der deutsche Kontingentführer habe daraufhin mitgeteilt, er hätte zwar Soldaten, die er schicken könnte, doch bekomme er aus Berlin keine Erlaubnis dazu. Die Bundesregierung hat wiederholt beteuert, es habe keine offizielle Anfrage gegeben, mit Kampftruppe in den Süden zu gehen.
Unter den britischen, kanadischen und niederländischen Kollegen herrsche eine Stimmung nach dem Motto "ihr da oben trinkt Bier, während wir die Knochen hinhalten", hieß es. Der Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei (Grüne) zitierte einen britischen Kollegen mit den Worten: "Wenn sie uns nicht unterstützen können, sollen sie uns wenigstens nicht bekämpfen". Die deutschen Abgeordneten in den zuständigen Ausschüssen hatten sich zuvor bei der Abstimmung über einen Antrag enthalten, der fordert, nationale Vorbehalte zu beseitigen, die den prompten und effektiven Einsatz der in Afghanistan stationierten Kräfte verhindern. Zuvor hatte es einen - nur teilweise erfolgreichen - deutschen Versuch gegeben, den Text zu entschärfen.
Der Bundestagsabgeordnete Karl Lamers (CDU) sagte der F.A.Z.: "Sollte es notwendig sein, daß man mit mehr Truppen insgesamt ´reinmuß, dann muß man darüber nachdenken. Dann stellt sich die Frage aber für alle, auch für die, die noch gar nicht in Afghanistan sind."
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Der Bundestagsabgeordnete Max Stinner (FDP) zitierte einen britischen Teilnehmer, der sich über einen Fall von unterlassener Hilfeleistung beklagte, was letztlich zwölf kanadische Soldaten das Leben gekostet habe. Während der Operation "Medusa" im Sommer habe der Isaf-Kommandeur um 150 Mann Kampftruppen zur Unterstützung erbeten, weil kanadische Einheiten in schwere Bedrängnis geraten seien. Der deutsche Kontingentführer habe daraufhin mitgeteilt, er hätte zwar Soldaten, die er schicken könnte, doch bekomme er aus Berlin keine Erlaubnis dazu. Die Bundesregierung hat wiederholt beteuert, es habe keine offizielle Anfrage gegeben, mit Kampftruppe in den Süden zu gehen.
Unter den britischen, kanadischen und niederländischen Kollegen herrsche eine Stimmung nach dem Motto "ihr da oben trinkt Bier, während wir die Knochen hinhalten", hieß es. Der Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtwei (Grüne) zitierte einen britischen Kollegen mit den Worten: "Wenn sie uns nicht unterstützen können, sollen sie uns wenigstens nicht bekämpfen". Die deutschen Abgeordneten in den zuständigen Ausschüssen hatten sich zuvor bei der Abstimmung über einen Antrag enthalten, der fordert, nationale Vorbehalte zu beseitigen, die den prompten und effektiven Einsatz der in Afghanistan stationierten Kräfte verhindern. Zuvor hatte es einen - nur teilweise erfolgreichen - deutschen Versuch gegeben, den Text zu entschärfen.
Der Bundestagsabgeordnete Karl Lamers (CDU) sagte der F.A.Z.: "Sollte es notwendig sein, daß man mit mehr Truppen insgesamt ´reinmuß, dann muß man darüber nachdenken. Dann stellt sich die Frage aber für alle, auch für die, die noch gar nicht in Afghanistan sind."
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