27.10.2006 - 18:01 - Politik, Recht & Gesellschaft

Roma und Sinti Verbände stoppen „Zigeuner“ Kampagne zu Borat

Pressemitteilung von: RomNews Network / PR Agentur: RomNews Network
Nach einer Vorführung des Filmes am 25. Oktober 2006 im Hamburg, für Vertreter des European Roma and Travellers Forum in Straßburg, der Rom und Cinti Union, des Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung und Holocaust Überlebenden Roma und Sinti, stellt 20th Century Fox Of Germany GmbH Ihre „Zigeuner“ Werbekampagne ein.

Auszug aus dem Anschreiben von 20th Century Fox Of Germany GmbH

„Sehr geehrter Herr Knudsen,
im Nachgang zu unserem Telefongespräch bestätige ich Ihnen gern, dass 20th Century Fox Of Germany folgende Maßnahmen ergriffen hat:

- Internet: Von der Borat Website sind alle Elemente, die Hinweise auf
sog. "Zigeuner" enthalten, von uns entfernt worden.
- Internet: Borat-Trailer, in denen Elemente enthalten sind, von denen
sich die Volksgruppe der Sinti und Roma beleidigt fühlen könnte,
sind entfernt worden.
- TV - Werbung: TV-Spots, die die strittigen Elemente der Car-Dealer-
Szene (Jeep-Verkäufer) enthalten, werden verändert bzw.
ausgetauscht. Dies ist bereits geschehen bzw. geschieht aus
technisch-organisatorischen Gründen Zug um Zug, so dass spätestens
mit Ablauf des Freitags keine solche TV Trailer mehr laufen werden.

Bitte sehen Sie diese Maßnahmen als Ausdruck dessen, dass meine Firma zu keiner Zeit beabsichtigt hat, die Volksgruppe der Sinti und Roma herabzusetzen oder zu beleidigen.

Mit freundlichen Grüßen
Mychael Berg
Sales Director
20th Century Fox Of Germany GmbH”

Deutscher Comedy Preis, Verantwortlicher von Brainpool, Holger Hoffmann, bedauert Gewaltäußerungen von Borat während Dankesrede für die Auszeichnung als „Bester Internationaler Comedian“.

Holger Hoffmann, gegenüber Marko D. Knudsen: „Ich wusste nichts über den Inhalt seiner Rede, ich bedauere die Äußerung mit dem „Steine werfen“, ich entschuldige mich hiermit bei den Betroffen“. Des weiteren wurde dem Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung versichert, dass diese Szene auch keine weitere Verwendung bei RTL finden wird.

Strafanzeigen gegen RTL, SAT1, ProSieben, MTV wegen Ausstrahlung des Borat Trailers im deutschen Fernsehen.

Am 23. und 24. Oktober stellte das Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung Strafanzeigen gegen die oben genannten Fernsehsender.

Begründung:
Die Sender RTL und Sat1 haben im Freitagabendprogramm vom 20.10.2006, Pro7 hat am 23.10.2006 um 22:10 Uhr (bei MTV gehört der Trailer zum festen Programm) einen Fernsehwerbungsspot für „Borat" den Film gesendet.
Dieser Trailer beinhaltet unserer Meinung nach volksverhetzende Aussagen, Beleidigungen bzw. rufen öffentlich zu Gewalthandlungen gegen Roma und Sinti auf, auch die Begrifflichkeit Zigeuner verstößt unserer Ansicht nach gegen die Gleichbehandlungsrichtlinie. Auch möchte ich die Strafanzeige auf alle in Betracht kommenden Straftatbestände stellen.

In diesem Trailer erkundigt sich der fiktive Charakter bei einer realen Person, die Hummer Jeeps (amerikanisches Militärfahrzeug) verkauft.
„Ich möchte einen Wagen kaufen, um damit in eine Gruppe Zigeuner zu fahren, geht der Wagen dann kaputt?" Daraufhin wird vom Verkäufer gesagt „kommt darauf an wie heftig Sie in die Gruppe fahren", darauf antwortet der Borat Charakter „heftig".
Der deutsche Trailer, der im Fernsehen lief, beinhaltete diese Szene, mit der Einblendung „reale Personen".

Die Strafanzeigen gegen RTL, SAT1 und Prosieben wurde beim leitenden Ober Staatsanwalt in Köln gestellt. Die Strafanzeige gegen MTV wurde beim leitenden Ober Staatsanwalt in München gestellt.

Strafanzeige gegen Verlag Axel Springer AG / die Welt online, wegen online Interview mit Borat und Gewaltaufruf gegen Roma und Sinti.

Am 24. Oktober stellte das Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung Strafanzeigen gegen die oben Genannten.

Begründung:
In einem Online-Interview bzw. in einem Artikel vom 23.10.2006 bietet der Verlag dem Schauspieler Sacha Baron Cohen (alias „Borat“) die Gelegenheit, vermeintlich satirische, aber tatsächlich volksverhetzende, beleidigende und zu öffentlichen Gewalthandlungen aufrufende Äußerungen gegen Roma und Sinti zu tätigen. Auch die Begrifflichkeit „Zigeuner“ verstößt unserer Ansicht nach gegen die Gleichbehandlungsrichtlinie.
Ich stelle die Strafanzeige auf alle in Betracht kommenden Straftatbestände.

In dem veröffentlichten Interview vom 23.10.2006 äußert sich der Schauspieler wie folgt:

Zitat: „... Gehege, wo Kinder auf Eichhörnchen, Hunde und Zigeuner schießen können.“

Die Strafanzeige gegen Verlag Axel Springer AG / die Welt online wurde beim leitenden Ober Staatsanwalt in Hamburg gestellt.

Marko D. Knudsen
Vorsitzender
Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Marko D. Knudsen
Vorsitzender
Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung
+49 179 750 78 48

European Roma and Travellers Forum in Straßburg, der Rom und Cinti Union, des Europäisches Zentrum für Antiziganismusforschung und Holocaust Überlebenden Roma und Sinti, stellt 20th Century Fox Of Germany GmbH

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