27.10.2006 - 03:52 - Politik, Recht & Gesellschaft
J/B/i/D e.V. stellt ebenfalls Strafanzeige gegen Sascha Baron Cohen alias Ali.G. oder "Borat"!
Pressemitteilung von: Jenischer Bund in Deutschland & Europa e.V.
J/B/i/D - Volksbund und Politisch-Kulturelle Interessensvertretung der JENISCHEN Minderheit in Deutschland und Europa e.V.
Im besonderen Hinblick darauf, dass die Rechtsradikalen Gewalttaten in der Bundesrepublik Deutschland allein in diesem Jahr einen Zuwachs von über 20% verzeichnen, ist es unverantwortlich den Film „Borat“ und die dazugehörigen Inhalte auf der Interseite zu tolerieren. Im Zusammenhang mit dem Film „Borat“, der am 02 November 2006 in den Bundesdeutschen Kinos anlaufen soll, werden „Zigeuner“ diffamiert. Gewalt und Diskriminierung gegen "Zigeuner" wird in diesem Film und der dazugehörigen Internetseite (www.Borat.de) als normal und nichts schlimmes dargestellt, lappalisiert bzw. humoristisch verharmlost. So wird im Film gefragt ob ein Hummer-Jeep schaden nimmt wenn man damit in eine Gruppe Zigeuner fahren würde. Auf der Internetseite des Filmes finden sich noch mehr diskriminierende Äußerungen wie:
„Du doch schon lernen in Schule: Du nicht drehen Zigeuner Rücken zu“
Was du nennen in andere Stadt Tauben und Ratten, das nennen bei uns Zigeuner. Stinken, machen Dreck, klauen und pissen wohin wollen. Auch manchmal dich belegen mit böse Fluch, wenn du haben wieder eines von Zigeuner-Balgen kaputtgefahren. TIPP: Du halten dir eine Zigeuner im Keller für Abzapfung von Zigeunertränen ....“
„schöne seltene Goldschmuck aus Mund von tote Zigeuner“
„aber riechen wie tote Zigeuner“
Bis heute kämpfen die Verbände aller der sog. Zigeuner-Völker für eine Akzeptanz in der Mehrheitsbevölkerung und um Ihre Bürger- und Menschenrechte in Europa. Durch den Nationalsozialismus starben nach neuen Angaben des Washingtoner Holocaust Museums zwischen 600.000 und 1,5 Millionen Zigeuner, ein Großteil davon JENISCHE, durch die Nationalsozialistische Ideologie in ganz Europa. Nach dem Krieg wurde den Überlebenden Deutschen ZIGEUNER die Staatsbürgerschaft der Bundesrepublik verweigert, bis heute haben die wenigsten NS-Überlebenden kaum Entschädigungen erhalten, JENISCHE Holocaustopfer noch gar nicht. Das Unrecht an JENISCHEN wurde überhaupt noch nicht, das an den Roma und Sinti wurde nie richtig aufgearbeitet, im Gegenteil bis heute leben JENISCHE, Roma und Sinti, 12-15 Millionen Menschen, an der Existenzgrenze als die armen Europas.
Dieser Film ist keine Satire, er ist gefährlich da er mit unhaltbaren Vorurteilen spielt, bzw. eine neue Form von Vorurteilen und damit Ausgrenzung von ZIGEUNERN schafft. Auch die Bürgerrechtsarbeit derJENISCHEN Verbände wird in Europa um Jahre zurückgeworfen. Dieser Film ist wie ein Brandanschlag auf die Demokratie und auf Art. 1 GG, ebenso verstösst er gegen das neue AAG und beleidigt ganze Völker! Der J/B/i/D e.V. verurteilt diesen Film ebenfalls auf das Schärfste, solche NS-Propaganda hat in einem Europa des 21. Jahrhundert’s keinen Platz mehr (zu haben!). Er sollte sich hier öffentlich entschuldigen und zumindest diese rechtslastigen Scenen aus seinem Werk entfernen müssen bevor er solch rechtspopulistisches Gedankengut verbreiten darf!
Timo A. Wagner
Vors. des Bundesrat`s der JENISCHEN in Deutschland - /J/B/i/D e.V.
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J/B/i/D e.V.
Bundes-Sekretariat
PF:1116
D-74843 Obrigheim am Neckar
Tel: 06261/918576
Fax: 01805/06034557546
eMail:
Internet: www.jenischer-bund.org
Volksbund und Politisch-Kulturelle Interessensvertretung der JENISCHEN Minderheit in Deutschland und Europa e.V.
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