(openPR) Seit Anfang des Jahres werden Ärzte bei der Visite in der Park-Klinik Weißensee erstmals in Berlin von einem Psychologen und Kommunikationstrainer begleitet. Die Idee ist aus einer Fortbildungsreihe zur Arzt-Patienten-Kommunikation an der Park-Klinik entstanden, bei der zunächst Schauspieler in die Rolle der Patienten geschlüpft waren. Der Psychologe hat inzwischen bei rund 60 Ärztinnen und Ärzten in der Park-Klinik Weißensee die Gespräche mit den Patienten am Krankenbett beobachtet und daraus Verbesserungsvorschläge für ihr Gesprächsverhalten abgeleitet.
Dipl.- Psych. Philip Andresen: „Ein Autoverkäufer wird in der Regel besser in der Gesprächsführung geschult als der Arzt, der einem Kranken bei der Gesundung helfen soll - in der Regel der anspruchsvollere Job, auch was die Kommunikation betrifft. Eine Schlüsselrolle spielt dabei, sich gefühlsmäßig in die Rolle eines Patienten versetzen zu können. Erst dadurch ist ein Arzt oder eine Ärztin in der Lage, auch auf emotionale Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Das Gespräch am Krankenbett muss deswegen nicht länger werden. Durch die ungeteilte Aufmerksamkeit für den Patienten, einen roter Faden in der Gesprächführung und die Konzentration auf Themen, die für den Patienten wichtig sind, können auch kurze Gespräch sehr effektiv und befriedigend verlaufen.“
Es ist geplant, die psychologische Visitenbegleitung auf alle Fachabteilungen auszudehnen. Begonnen hatte sie in der Abteilung für Innere Medizin, in der viele ältere, multimorbide und in ihrer Kommunikationsfähigkeit oftmals eingeschränkte Patienten versorgt werden.
Prof. Dr. med. Stefan Müller-Lissner, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin in der Park-Klinik Weißensee: „Die Arzt-Patienten-Kommunikation wird in der ärztlichen Ausbildung leider oft nicht vertieft. Ärztinnen und Ärzte meiner Abteilung sagen, dass auch sie in der Praxis bisher zuerst an die Behandlung und ihre Erfolge und weniger an die emotionale Befindlichkeit der Patienten gedacht haben. Jetzt haben sie gelernt, darauf mehr zu achten. Sie verstehen die Begleitung durch einen Psychologen als hilfreiche Unterstützung, denn die Verständigung zwischen Arzt und Patient wird im Klinikalltag leicht von fachmedizinischen Fragestellungen überrollt. Ein sensibler Umgang mit den Patienten führt nicht nur zu einer besseren Akzeptanz der Ärzte und der Klinik, sondern ist auch für die Arbeit der einzelnen Ärzte befriedigender. Nicht zuletzt liegt die Vermutung nahe, dass eine gute Kommunikation auch bei der Genesung hilft.“
Pressekontakt: Gundel Köbke
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