26.09.2006 - 16:49 - Politik, Recht & Gesellschaft
direct/ FAZ: Korrektur! Schäuble: Muslime in Deutschland sollten deutsche Muslime werden
Pressemitteilung von: FAZ
Achtung! Korrektur: Mittwochsausgabe
Schäuble: Muslime in Deutschland sollten deutsche Muslime werden
Beitrag des Bundesinnenministers in der F.A.Z. zur Islamkonferenz
Bundesinnenminister Schäuble (CDU) hat die Muslime in Deutschland dazu aufgefordert, "deutsche Muslime" zu werden. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mittwochsausgabe) schreibt Schäuble: "Muslime in Deutschland sollen sich als deutsche Muslime fühlen können." Zum Auftakt der Deutschen Islamkonferenz erläutert Schäuble in seinem Beitrag die "spezifisch deutsche Lösung im Verhältnis von Staat und Religion". Sie bedürfe einer gemeinsamen Identität, deren Fundamente über politische und rechtliche Institutionen und auch über die Verfassung hinausreichten. Für Christen bedeute der moderne Staat, nach einem Satz des vormaligen Verfassungsrichters Böckenförde, "die Chance zur Freiheit". Dieser Satz, so Schäuble, gelte auch für die Muslime in Deutschland: "Nehmen sie ihn ernst, werden sie deutsche Muslime."
Bei der Islam-Konferenz gehe es um eine Aufforderung an alle religiösen Gruppen, "die Chance der Freiheit als eine aus ihrem Glauben sich ergebende Aufgabe" zu betrachten. Als christlicher Politiker, so Schäuble, setze er auf das hohe Maß an kultureller Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Islams. Der Islam bringe auch mit, was vielen in Deutschland zu entgleiten drohe: die "Wichtigkeit von Familie, den Respekt vor den Alten, ein Bewußtsein und Stolz mit Blick auf die eigene Geschichte, Kultur, Religion, Tradition, das tägliche Leben der eigenen Glaubensüberzeugung". Religion, zur Rechtfertigung von Gewalt benutzt, bezeichnet der (evangelische) Minister als "pervertiert". Für viele Muslime sei das eine katastrophale, traumatische Erfahrung. "Denn ihre Religion, ihre Kultur, ihre Lebensweise steht zunehmend und oftmals auch fälschlicherweise unter Generalverdacht, was sicherlich eines der vielen teuflischen Kalküle der geistigen Architekten des Terrors war oder ist."
Schäuble erinnert in seinem Beitrag an preußische Traditionen. Preußens religiöse Toleranz sei allen zugebilligt worden, die sich "aktiv und produktiv am Aufbau des Landes" beteiligen wollten und seine Gesetze respektierten. Der Innenminister zitiert unter anderem die Worte Friedrichs des Großen: "und wenn die Türken (und Heiden) kämen und wollten das Land bevölkern, dann wollen wir ihnen Moscheen (und Kirchen) bauen."
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Volker Zastrow
Tel.: 0049 (0) 69 7591 1875
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Schäuble: Muslime in Deutschland sollten deutsche Muslime werden
Beitrag des Bundesinnenministers in der F.A.Z. zur Islamkonferenz
Bundesinnenminister Schäuble (CDU) hat die Muslime in Deutschland dazu aufgefordert, "deutsche Muslime" zu werden. In einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Mittwochsausgabe) schreibt Schäuble: "Muslime in Deutschland sollen sich als deutsche Muslime fühlen können." Zum Auftakt der Deutschen Islamkonferenz erläutert Schäuble in seinem Beitrag die "spezifisch deutsche Lösung im Verhältnis von Staat und Religion". Sie bedürfe einer gemeinsamen Identität, deren Fundamente über politische und rechtliche Institutionen und auch über die Verfassung hinausreichten. Für Christen bedeute der moderne Staat, nach einem Satz des vormaligen Verfassungsrichters Böckenförde, "die Chance zur Freiheit". Dieser Satz, so Schäuble, gelte auch für die Muslime in Deutschland: "Nehmen sie ihn ernst, werden sie deutsche Muslime."
Bei der Islam-Konferenz gehe es um eine Aufforderung an alle religiösen Gruppen, "die Chance der Freiheit als eine aus ihrem Glauben sich ergebende Aufgabe" zu betrachten. Als christlicher Politiker, so Schäuble, setze er auf das hohe Maß an kultureller Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Islams. Der Islam bringe auch mit, was vielen in Deutschland zu entgleiten drohe: die "Wichtigkeit von Familie, den Respekt vor den Alten, ein Bewußtsein und Stolz mit Blick auf die eigene Geschichte, Kultur, Religion, Tradition, das tägliche Leben der eigenen Glaubensüberzeugung". Religion, zur Rechtfertigung von Gewalt benutzt, bezeichnet der (evangelische) Minister als "pervertiert". Für viele Muslime sei das eine katastrophale, traumatische Erfahrung. "Denn ihre Religion, ihre Kultur, ihre Lebensweise steht zunehmend und oftmals auch fälschlicherweise unter Generalverdacht, was sicherlich eines der vielen teuflischen Kalküle der geistigen Architekten des Terrors war oder ist."
Schäuble erinnert in seinem Beitrag an preußische Traditionen. Preußens religiöse Toleranz sei allen zugebilligt worden, die sich "aktiv und produktiv am Aufbau des Landes" beteiligen wollten und seine Gesetze respektierten. Der Innenminister zitiert unter anderem die Worte Friedrichs des Großen: "und wenn die Türken (und Heiden) kämen und wollten das Land bevölkern, dann wollen wir ihnen Moscheen (und Kirchen) bauen."
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