20.09.2006 - 09:08 - Politik, Recht & Gesellschaft
direct/ Bertelsmann Foundation: Österreicher erwarten weiteres Wachstum der EU, aber ohne die Türkei und Ukraine
Pressemitteilung von: Bertelsmann Foundation
Geringe Erwartungen an gemeinschaftliche Politik auf vielen Gebieten
Berlin/Gütersloh, den 20. September 2006 - Die Bevölkerung in Österreich glaubt an ein weiteres zahlenmäßiges Wachstum der europäischen Gemeinschaft in den kommenden 15 Jahren, nicht aber an einen Fortschritt in zentralen Politikfeldern. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die die deutsche Bertelsmann Stiftung in ausgewählten Ländern der Europäischen Union durchgeführt hat. Danach glauben 64% der befragten Österreicher, dass im Jahr 2020 mehr als 27 Mitglieder der EU angehören werden. Nur 13% erwarten dann weniger Mitglieder in der Gemeinschaft. Gleichzeitig erwartet aber nur eine Minderheit von 34%, dass dann auch die Türkei Vollmitglied sein wird, ebenfalls nur 35% erwarten dies für die Ukraine. Gleichfalls nur eine Minderheit von 31% erwartet dann eine gemeinsame europäische Armee und auch nur 28% können sich im Jahr 2020 eine gemeinsame Sozialpolitik in der EU vorstellen. Lediglich in der Wirtschaft sieht eine Mehrheit von 55% der Befragten hierzulande ein Feld für eine gemeinsame europäische Politik.
Nur 41% der Österreicher erwarten die Realisierung einer gemeinsamen europäischen Verfassung bis 2020. In anderen westeuropäischen Staaten war der die Anzahl deutlich größer als hierzulande. So zum Beispiel erwarten ausgerechnet in Frankreich 57% eine Verfassung. Ebenso in den Niederlanden 50%, Belgien 54% oder Spanien 51%. In den Ländern Mittelosteuropas dagegen war es nur jeder Dritte, wo insgesamt die Skepsis gegenüber zentralen europäischen Projekten auch größer war.
Interessanterweise zeigt sich dagegen die Bevölkerung in Großbritannien scheinbar weniger skeptisch in Bezug auf die Zukunft der EU als die Mehrheit der Kontinentaleuropäer und als ihr dies gemeinhin unterstellt wird. Danach glauben 52% der Briten an eine gemeinsame EU-Wirtschaftspolitik und 54% erwarten sogar eine gemeinsame Sozialpolitik. Mehr als die Hälfte der Briten sehen die Türkei und die Ukrainer als Vollmitglieder.
Generell betrachtet steht vor allem eher für die jüngere Generation in Europa nach dieser Erhebung fest, dass Europa weiter wachsen und noch enger zusammen arbeiten wird. Insgesamt zeigen sich für die Länder aber keine völlig gegensätzlichen Erwartungshaltungen oder konträren Trends.
Josef Janning, Europaexperte der Bertelsmann Stiftung folgert daraus: "Die Bürger der EU sind in ihrer Mehrheit von der bisherigen Vision der EU sowie einer weiteren Vertiefung und Erweiterung der Union überzeugt. Viele der heutigen Streitpunkte sind nach Ansicht der Öffentlichkeit bereits erledigt. Daran muss die Europapolitik anknüpfen und etwa neue Erweiterungskonzepte für die EU entwickeln. Zur gemeinsamen Orientierung muss der Nutzwert Europas für den Bürger in neuen Großprojekten spürbar werden."
Die Umfrage der Bertelsmann Stiftung war im August und September vom Meinungsforschungsinstitut tns/EMNID in 13 europäischen Mitgliedsstaaten der EU durchgeführt worden. Dabei wurden repräsentativ über 10.000 Menschen befragt. Die Länder, in denen die Umfrage stattgefunden hat, bilden zusammen knapp 88% der Gesamtbevölkerung der EU ab. Alle geographischen Räume der EU sind durch die Umfrage abgedeckt. Erfasst wurden alte ebenso wie neue Mitglieder, Nettozahler und Nettoempfänger.
Die Fragen der Zukunft der EU stehen am Wochenende im Mittelpunkt des International Bertelsmann Forum in Berlin, an dem zahlreiche führende europäische Politiker teilnehmen werden.
Weitere Informationen und Download der Umfrage im Internet unter: www.Bertelsmann-Stiftung.de
Ansprechpartner:
Armando Garcia Schmidt, Projektleiter der Bertelsmann Stiftung:
Tel.: ++49 (0) 52 41- 81 81 543
E-Mail:
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dr. Dominik Hierlemann, Projektleiter der Bertelsmann Stiftung
Tel.: ++49 (0) 5241 - 81 81 537
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Berlin/Gütersloh, den 20. September 2006 - Die Bevölkerung in Österreich glaubt an ein weiteres zahlenmäßiges Wachstum der europäischen Gemeinschaft in den kommenden 15 Jahren, nicht aber an einen Fortschritt in zentralen Politikfeldern. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage, die die deutsche Bertelsmann Stiftung in ausgewählten Ländern der Europäischen Union durchgeführt hat. Danach glauben 64% der befragten Österreicher, dass im Jahr 2020 mehr als 27 Mitglieder der EU angehören werden. Nur 13% erwarten dann weniger Mitglieder in der Gemeinschaft. Gleichzeitig erwartet aber nur eine Minderheit von 34%, dass dann auch die Türkei Vollmitglied sein wird, ebenfalls nur 35% erwarten dies für die Ukraine. Gleichfalls nur eine Minderheit von 31% erwartet dann eine gemeinsame europäische Armee und auch nur 28% können sich im Jahr 2020 eine gemeinsame Sozialpolitik in der EU vorstellen. Lediglich in der Wirtschaft sieht eine Mehrheit von 55% der Befragten hierzulande ein Feld für eine gemeinsame europäische Politik.
Nur 41% der Österreicher erwarten die Realisierung einer gemeinsamen europäischen Verfassung bis 2020. In anderen westeuropäischen Staaten war der die Anzahl deutlich größer als hierzulande. So zum Beispiel erwarten ausgerechnet in Frankreich 57% eine Verfassung. Ebenso in den Niederlanden 50%, Belgien 54% oder Spanien 51%. In den Ländern Mittelosteuropas dagegen war es nur jeder Dritte, wo insgesamt die Skepsis gegenüber zentralen europäischen Projekten auch größer war.
Interessanterweise zeigt sich dagegen die Bevölkerung in Großbritannien scheinbar weniger skeptisch in Bezug auf die Zukunft der EU als die Mehrheit der Kontinentaleuropäer und als ihr dies gemeinhin unterstellt wird. Danach glauben 52% der Briten an eine gemeinsame EU-Wirtschaftspolitik und 54% erwarten sogar eine gemeinsame Sozialpolitik. Mehr als die Hälfte der Briten sehen die Türkei und die Ukrainer als Vollmitglieder.
Generell betrachtet steht vor allem eher für die jüngere Generation in Europa nach dieser Erhebung fest, dass Europa weiter wachsen und noch enger zusammen arbeiten wird. Insgesamt zeigen sich für die Länder aber keine völlig gegensätzlichen Erwartungshaltungen oder konträren Trends.
Josef Janning, Europaexperte der Bertelsmann Stiftung folgert daraus: "Die Bürger der EU sind in ihrer Mehrheit von der bisherigen Vision der EU sowie einer weiteren Vertiefung und Erweiterung der Union überzeugt. Viele der heutigen Streitpunkte sind nach Ansicht der Öffentlichkeit bereits erledigt. Daran muss die Europapolitik anknüpfen und etwa neue Erweiterungskonzepte für die EU entwickeln. Zur gemeinsamen Orientierung muss der Nutzwert Europas für den Bürger in neuen Großprojekten spürbar werden."
Die Umfrage der Bertelsmann Stiftung war im August und September vom Meinungsforschungsinstitut tns/EMNID in 13 europäischen Mitgliedsstaaten der EU durchgeführt worden. Dabei wurden repräsentativ über 10.000 Menschen befragt. Die Länder, in denen die Umfrage stattgefunden hat, bilden zusammen knapp 88% der Gesamtbevölkerung der EU ab. Alle geographischen Räume der EU sind durch die Umfrage abgedeckt. Erfasst wurden alte ebenso wie neue Mitglieder, Nettozahler und Nettoempfänger.
Die Fragen der Zukunft der EU stehen am Wochenende im Mittelpunkt des International Bertelsmann Forum in Berlin, an dem zahlreiche führende europäische Politiker teilnehmen werden.
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