(openPR) Hannover im Mai 2006. Ungarn, Mallorca und Polen gelten nicht mehr ausschließlich als Eldorados für Reisehungrige, sondern locken auch immer mehr Deutsche mit Zahnproblemen an. Aufgrund von niedrigen Material-, Lohn-, Miet- sowie Lebenshaltungskosten lassen sich im europäischen Ausland bei Brücken, Kronen und Zahnimplantaten bis zu 70 Prozent der Kosten einsparen. Anreiz für viele, deren Geld nicht so locker sitzt, denn Urlaub in Verbindung mit einer Zahnbehandlung kann sich für Patienten lohnen, wenn alles glatt geht. Krankenkassen zahlen innerhalb der EU maximal so viel, wie die Kosten in Deutschland betragen würden. Jene Einsparungen finanzieren dann sogar den Urlaub mit. Nicht zwangsläufig geht mit zahnärztlichen Behandlungen im Ausland eine schlechtere Qualität als in Deutschland einher.
Doch nicht immer halten die Schnäppchenangebote, was sie versprechen. Dr. Dr. Ralf Luckey, MSc, leitender Zahnarzt des Diagnostikzentrums für Implantologie und Gesichtsästhetik (DIG) der Implantatzahnklinik in Hannover (IKH) warnt: „Wer sich im Ausland behandeln lässt, muss mit Folgekosten rechnen. Deutsche Ärzte können anfallende Nachsorgeuntersuchungen und Nachbesserungen für im Ausland behandelte Zähne ablehnen.“ Folge: Weitere kostenpflichtige Reisen zum Ort der Behandlung. Gewisse Risiken trüben den verlockenden Zahntourismus. Bei Behandlungszentren in Grenznähe, deren Hauptaugenmerk nicht auf der medizinischen Sorgfalt, sondern auf wirtschaftlichem Profit liegt, sollten Patienten Vorsicht walten lassen. Notwendige Korrekturen dürfen deutsche Experten unterlassen und auf die entsprechenden Kollegen im Ausland verweisen. Dadurch entstehende Belastungen gehören in das jeweilige Budget einkalkuliert. Sonst besteht die Gefahr, dass Folgekosten die Ersparnisse aufzehren und sich die Behandlung im Ausland in ein Minusgeschäft umkehrt.
Probleme gibt es darüber hinaus bei Garantie- beziehungsweise Gewährleistungsansprüchen. Obwohl auch im Ausland Schadenersatz- sowie Schmerzensgeldansprüche bei Pfusch existieren, besteht ein hoher Aufwand, diese vor einem ausländischen Gericht – in fremder Sprache – durchzusetzen. Dr. Dr. Luckey rät: „Wer einen reibungslosen Behandlungsverlauf sowie optimale Ergebnisse wünscht, sollte sich an einen Experten in der Nähe wenden. Auch wenn der günstige Kostenplan auf den ersten Blick reizt, so sind möglicherweise auftretende gesundheitliche sowie finanzielle Schwierigkeiten im Voraus nicht überschaubar.“




