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Keine eingebildete Krankheit: Eindeutige biologische Veränderungen beim Chronischen Erschöpfungssyndrom nachgewiesen

12.05.200610:20 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Keine eingebildete Krankheit: Eindeutige biologische Veränderungen beim Chronischen Erschöpfungssyndrom nachgewiesen
Das Blue Ribbon - Symbol des internationalen CFS-Tages am 12. Mai
Das Blue Ribbon - Symbol des internationalen CFS-Tages am 12. Mai

(openPR) „Die Ergebnisse der internationalen Forschung zum Chronischen
Erschöpfungssyndrom müssen endlich auch in Deutschland zur Kenntnis genommen werden“,
erklärt die Vorsitzende des Fatigatio e.V., Petra Dönselmann im Sande, anlässlich des 14. Internationalen CFS-Tages am 12. Mai 2006. „In Deutschland findet Forschung zum CFS faktisch nicht statt. Das geht zu Lasten der ca. 300.000 CFS-Kranken, die dringend auf Fortschritte im Verständnis der Erkrankung und bei der Behandlung angewiesen sind.“


CFS ist eine schwerwiegende, chronische Erkrankung, zu der vor allem in den USA seit Mitte der achtziger Jahre geforscht wird. Hierzu wurden in den letzten Jahren erhebliche Mittel bereitgestellt. Wissenschaftler der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta/USA, einer der weltweit führenden medizinischen Forschungseinrichtungen, identifizierten jetzt erstmals in umfassenden Studien an 227 CFS-Patienten messbare Befunde,
die eine biologische Grundlage der Störung belegen.

Die Daten wurden während eines zweitägigen Klinikaufenthaltes erhoben. Während dieser Zeit unterzogen sich die CFS-Kranken genauen körperlichen Untersuchungen, Analysen im Schlaflabor, Messungen der kognitiven Funktionen, der Funktionen des vegetativen Nervensystems sowie umfassender Blutuntersuchungen. Außerdem wurde die Aktivität von 20.000 Genen bestimmt. Gesucht wurden Faktoren, die möglicherweise CFS auslösen oder mit der Erkrankung verbunden sind.

Die Ergebnisse erschienen in der Aprilausgabe der Zeitschrift “Pharmacogenomics”. Am 20.04.2006 stellten Wissenschaftler ihre Studienergebnisse auf einer Pressekonferenz vor:

Auf Grund genetischer Besonderheiten ist bei CFS die Fähigkeit des Organismus eingeschränkt, sich ausreichend auf Veränderungen einzustellen. „Diese Studie beweist, dass die Physiologie von Menschen mit CFS nicht in der Lage ist, sich vielen Herausforderungen und Belastungen
des Lebens anzupassen, wie beispielsweise Infektionen, Verletzungen und anderen widrigen Ereignissen,“ sagte Dr. Williams C. Reeves, der das CFS-Gesundheitsforschungsprogramm der CDC leitet. „Diese Forschungsergebnisse sind wichtig, weil sie uns helfen werden, unsere
Forschungsbemühungen zur Identifizierung diagnostischer Verfahren und effektiverer Behandlungsformen zu bündeln und endlich eine Menge Schmerzen und Leiden lindern zu können.“
Der multidisziplinäre Ansatz mit der Bezeichnung „C3“ oder „CFS Computational Challenge“ wurde von Dr. Suzanne Vernon entwickelt, die das Molekularepidemiologie-Team des CFS-Forschungslabors leitet. Vernon zu den Ergebnissen der Studien: „Es gibt eine eindeutige biologische Grundlage für CFS. Die Kenntnis des molekularen Schadens wird uns helfen, effektive Behandlungsformen und Kontrollstrategien herauszuarbeiten.“

CFS tritt bei Menschen aller sozialen Schichten und Altergruppen auf und ist mit schweren Erschöpfungszuständen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und weiteren Symptomen verbunden, die oft über Jahre hinweg das Leben der Erkrankten massiv beeinträchtigen. In der Pressekonferenz der CDC wurde hervorgehoben, dass CFS Behinderungen verursacht, die denen bei Multipler Sklerose (MS) oder schwerer Lungenerkrankung wie der COPD vergleichbar sind.
Anders als in den USA, wo die öffentliche Wahrnehmung des Krankheitsbildes CFS in diesem Frühjahr mit einer breit angelegten Medien- und Aufklärungskampagne gefördert werden soll, ist die Erkrankung in Deutschland weitgehend unbekannt. CFS-Kranke sind daher meist ohne
angemessene medizinische Versorgung.

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