(openPR) Wenn es um Innovationen mit großer Tragweite geht, erweist sich die französische Medizintechnik als dynamischer und international agierender Wirtschaftszweig. Zu dieser Einschätzung kommt aktuell der Französische Verband der Medizintechnikindustrie (SNITEM). Bei über einem Fünftel der durch die französische Gesellschaft für Innovationsförderung (Agence française de l’Innovation Oséo-ANVAR) unterstützten Projekte handelt es sich um bedeutende Innovationen, die zu Welt- oder Europapremieren werden. Dank dieses hohen technologischen Standards nimmt das französische Gesundheitswesen weltweit auf vielen medizinischen Gebieten einen der führenden Plätze ein:
Die Herz- und Gefäßmedizin ist in das Zeitalter der medizintechnischen Verfahren mit pharmazeutischen Wirkstoffen eingetreten. Dafür beispielhaft ist die jüngste Generation von Stents für die Behandlung verengter Herzkranzgefäße. Diese Zylinder aus rostfreiem Maschendrahtstahl weiten und stabilisieren die Gefäßinnenwände. Gleichzeitig gibt der Stent einen Wirkstoff ab, der für einen ausreichenden Blutfluss innerhalb der Arterie sorgt und so einem erneuten Gefäßverschluss (Restenose) vorbeugt.
Für die Behandlung der Parkinson-Krankheit hat sich die elektrische Neurostimulation des Gehirns über Ekektroden durchgesetzt. Dafür ist ein subkutan verlegtes Kabel mit einem direkt unterhalb des Schlüsselbeins implantierten Stimulationsgerät verbunden.
Der Robotereinsatz in der Chirurgie ermöglicht es Chirurgen, durch 3-D- Simulationen selbst komplexe Eingriffe weiter zu perfektionieren. Zu den wichtigen Neuerungen dieses Systems gehören der künstliche Griff und die 3-D-Kamera. Der Chirurg führt mithilfe kleiner Bedienungshebel einen virtuellen Eingriff durch. Seine Handbewegungen werden analysiert und an den beweglichen Roboterarm weitergeleitet, der wiederum den operativen Eingriff am Patienten „mit ruhiger Hand“ umsetzt.
Bei der Kompensation von Behinderungen arbeiten Ärzte und Unternehmen bei der Entwicklung neuer Verfahren eng zusammen. So bietet das Innovationszentrum des Klinikums von Garches bei Paris Industrieunternehmen klinische Gutachten und Bewertungsprotokolle, um diese bei der Neuentwicklung technischer Lösungen zu unterstützen, zum Beispiel bei der Entwicklung von Rollstühlen, mit denen Treppenstufen überwunden werden können oder von Alarmsystemen, die durch den Atem des Patienten ausgelöst werden.
Die Interventionsradiologie macht Radiologen zu Therapeuten. Die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten reichen von der Punktion (Biopsie, Flüssigkeitsentnahme) eines Knötchens bis zur komplexen Behandlung von vaskulären oder tumorartigen Läsionen an allen Organen. Diese minimalinvasiven Techniken werden vornehmlich unter örtlicher Betäubung vorgenommen. Bildgebende Technologien übernehmen dabei die Überwachung des Patienten.
Die Telemedizin ist eine neue Organisationsform, mit der zum Beispiel diabetesbedingte Komplikationen nachgewiesen und die Therapie von Herzpatienten optimiert werden können.
Die Neonatologie nutzt immer leistungsfähigere medizinische Ausrüstungen, um dem Wärme- und Feuchtigkeitsverlust bei Säuglingen vorzubeugen und um nosokomiale Infektionen von Inkubatoren und beim Säuglingstransport zu verhindern.
Hintergrund SNITEM:
Der 1987 gegründete nationale Verband der Medizintechnikindustrie, Syndicat National de l’Industrie des Technologies Médicales (SNITEM), zählt den Großteil aller französischen Medizinartikelhersteller zu seinen Mitgliedern. Als erster Arbeitgeberverband, der die Interessen der französischen Medizintechnikbetriebe vertritt, fungiert SNITEM als Ansprechpartner der öffentlichen Hand. Die über 200 Mitgliedsfirmen aus dem Bereich der medizintechnischen Geräte und Gesundheitstechnologien bilden ein sehr differenziertes Wirtschaftsgefüge, das sich aus kleinen und mittelständischen Betrieben sowie aus großen französischen, europäischen und internationalen Industriegruppen zusammensetzt. Die Mitgliedsunternehmen von SNITEM erzielen rund 85 Prozent des französischen Branchenumsatzes.
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