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Gesundheitsreform soll neue Geldquellen erschließen - Private Krankenkassen beklagen sinkende Einnahmen

10.04.200615:43 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Bonn/Berlin – Die Gesundheitsreform ist eines der zentralen Politikfelder für die Große Koalition in Berlin. Doch auch in ihrer zweiten Gesprächsrunde konnten sich die zuständigen Spitzenpolitiker von CDU und SPD nicht auf Eckpunkte für die Finanzreform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einigen. Die angekündigte Reform soll im Jahr 2007 einsetzen. Die GKV prognostiziert allein für das nächste Jahr ein Defizit von fünf Milliarden Euro. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) http://www.sueddeutsche.de verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, neue Geldquellen für die GKV zu erschließen. Zugleich wollen die Parteien an der solidarischen Finanzierung festhalten und auch die privaten Krankenkassen (PKV) erhalten.



Die Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer soll erhalten bleiben. Gutverdienende sollen auch in Zukunft mehr zahlen als Ärmere. Um die Arbeitskosten zu senken, müssten neben den Kassenbeiträgen auch andere Geldquellen erschlossen werden, so die Verhandlungspartner. Eine Arbeitsgruppe muss nun klären, wie dies konkret aussehen kann. Während die politische Debatte über die Gesundheitsreform in vollem Gange ist, suchen die Privaten Krankenversicherungen (PKV) nach einer neuen Rolle. Im Gegensatz zu den GKV dürfen die PKV keine Ärzte unter Vertrag nehmen; ihre Vertragspartner sind die Kunden. Sie haben daher weniger Einfluss auf das medizinische Angebot und seine Kosten. Nach einem Bericht des Handelsblattes http://www.handelsblatt.de haben sich die Aufwendungen der rund 50 PKV-Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren auf mehr als 28 Milliarden Euro verdoppelt. Die Beitragseinnahmen seien aber nur um zwei Drittel auf rund 25 Milliarden Euro angestiegen. Die Differenz finanzieren die Versicherer, indem sie die Beitragsgelder am Kapitalmarkt anlegen.

Der Vorstandsvorsitzende der Gothaer Versicherung http://www.gothaer.de , Werner Görg, warnte vor Abschottungstendenzen gegenüber den PKV: „Ganz im Gegenteil müssen die privat organisierten und kapitalgedeckten Vorsorgesysteme gestärkt werden. Nur so können die steigenden Gesundheitskosten im Alter gedeckt werden.“ Man müsse besonders in jungen Lebensjahren Vorsorge dafür treffen, dass die Krankenversicherungsbeiträge und die Krankenversicherungsleistungen im Alter exorbitant steigen. "Genau dafür benötigt man Sparbeiträge. Private Krankenversicherungsunternehmen tun dies. Sie haben mittlerweile über 100 Milliarden Euro angesammelt, um die Krankenversicherungsbeiträge gerade von älteren Menschen in der Zukunft deutlich zu reduzieren. Genauso wie in der privaten Rentenversicherung ist auch hier ein starkes Element privater Vorsorge zwingend geboten und genau dies muss ein Reformvorschlag einer langfristig denkenden Politik auch beinhalten", so Görg. Die bisherige Reformdiskussion in Berlin zeige, dass nur sehr wenige Politiker den Mut aufbringen, sich zu einer privatwirtschaftlich organisierten Lösung auch im Bereich der privaten Krankenversicherung zu bekennen.

***

medienbüro.sohn
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