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Tabakzeitung verleumdet Krankenkassen

17.03.200614:32 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Die Tabaklobby weigert sich weiterhin beharrlich, die gesundheitlichen Folgen ihrer schädlichen Produkte anzuerkennen, obwohl praktisch alle großen Zigarettenhersteller inzwischen sogar selbst auf ihren Internet-Seiten davor warnen, dass Tabakkonsum gesundheitsschädlich ist. Dass diese Warnungen nichts anderes als marketingwirksame Lippenbekenntnisse sind, zeigt ein aktueller Artikel der Tabakzeitung.

In der Ausgabe 11/06 der Tabakzeitung jammern die Tabakhändler: "Wir haben diese ständigen Anti-Tabak-Meldungen mit ihren meist polemischen, populistischen, oft völlig unfundierten Anwürfen satt. Faire, ausgewogene und sachlich abgesicherte Informationen sind in der Presse kaum noch zu lesen." Es ist bezeichnend, dass nun ausgerechnet die Tabakbranche ihren Kritikern diejenige Taktik vorwirft, mit der sie selbst jahrzehntelang die Folgen ihrer Produkte in der Öffentlichkeit verschleierte. Diese nicht uneigennützigen Aussagen von Tabakdrogendealern müssen jetzt als Begründung herhalten, um über Nichtraucher als "Gut-Menschen" herzuziehen, die in der Presse die "schwindsüchtigsten Argumente ... als bare Wahrheit" verkaufen.

Als weiteres Totschlagargument der Tabakzeitung dienen mehrere Studienergebnisse über die Kosten des Rauchens. Die Studien stammen jedoch teilweise sogar aus unterschiedlichen Jahren, was die Tabakzeitung vollständig vernachlässigt, und zudem kann naturgemäß keine Studie die Konsequenzen auch nur annähernd vollständig erfassen. Aber man braucht nicht einmal wissenschaftlichen Sachverstand zu Rate ziehen, um die unsachlichen Angriffe der Tabakzeitung zu entlarven. Munter werden die Begriffe Krankheitskosten, Behandlungskosten oder ganz einfach Kosten durcheinander geworfen und verglichen, ohne dabei auch nur im geringsten auf die konkreten Sachverhalte der einzelnen Studien einzugehen, was für einen ernsthaften Vergleich unverzichtbar wäre.

Aber diese marketingorientierte Vorgehensweise der Tabakindustrie ist nicht neu. Es existieren hunderte wissenschaftlicher Studien über die gravierenden Folgen des Rauchens und des Passivrauchens. Diese Studien wurden in der einschlägigen Fachpresse veröffentlicht und diskutiert. Die Tabakbranche kontert mit von ihr selbst finanzierten Gegenstudien, die aber niemals veröffentlicht, geschweige denn in der Fachwelt öffentlich diskutiert werden. Das einzige, was von diesen Studien der Tabakindustrie an die Öffentlichkeit gelangt, sind angebliche Widersprüche zu den öffentlich einsehbaren und unabhängigen Forschungsergebnissen. Wie diese Widersprüche zustande kommen wird nicht erklärt und ist für Außenstehende nicht nachvollziehbar.

Diese Taktik der Tabaklobby findet übrigens auch auf anderen Gebieten Anwendung. Beispielsweise in der Gastronomie bei angeblich ausreichend vorhandenen Nichtraucherangeboten. Auf konkrete Nachfragen erfährt man beispielsweise vom DEHOGA, dass entsprechende Studien anonym durchgeführt worden wären und deshalb keine rauchfreien Betriebe konkret benannt werden könnten. Nachprüfbare Details sind von der Tabakindustrie und ihr nahestehenden Branchen generell nicht zu erfahren, ist dies doch für die Tabaklobby die einzige Chance, der ansonsten unausweichlichen Kritik und Widerlegung ihrer Aussagen zu entrinnen.

Aber die Tabakzeitung begibt sich sogar noch weiter auf's Glatteis, indem sie drei Telefonate mit unbekannten Mitarbeitern nicht genannter Krankenkassen als "Gegenbeweis" anführt, um eine angebliche Falschheit der unbequemen Studien zu untermauern. Dabei existieren eine Vielzahl von Argumenten, Fakten und Quellenangaben, die die Tabakzeitung Lügen strafen.

Rauchen verursacht in Deutschland mehr Todesfälle als Alkohol, Verkehrsunfälle, Morde, Selbstmorde, illegale Drogen, BSE, SARS, Vogelgrippe und AIDS zusammen. Konsequenterweise berichtet Die Zeit: "Gesetzliche Krankenkassen bemühen sich nun wieder, bundesweit mit der Finanzierung von Entwöhnungskursen den Rauchern einen Ausstieg zu erleichtern. Kein Wunder, denn 80 Milliarden Euro kosten sie die Raucherkranken jährlich. Die AOK und die Techniker Krankenkasse bieten seit diesem Jahr für ihre Mitglieder eigene Kurse an, die DAK und die Barmer Krankenkasse finanzieren die Teilnahme an externen Kursen bis zu 80 Prozent."

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