(openPR) Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit und einer genauso langen wie lehrreichen Odyssee durch alle Formen gruppendynamischer Prozesse haben 20 Singener Tabler am Samstag, 12.9.09 in luftiger Höhe im 17ten Geschoss des Singener Hegautowers ihr neues Serviceprojekt gestartet: Ich bin stark.
Doch gemach: Die Jugendkriminalität ist ein allgemeines Problem und in Singen recht hoch. Bei einer Jugendkriminalitätsstudie der Stadt Singen im Jahr 2006 sagten 68 % der befragten Jugendlichen in Singen, dass sie in den letzten 12 Monaten Opfer von Gewalttaten, Diebstählen oder Sachbeschädigungen geworden sind. Diese Zahlen präsentierte der Kriminalpräventationsbeauftragte der Stadt Singen dem Tisch im Jahr 2007 und ab da ließen diese Zahlen viele am Tisch nicht mehr los. Zumal die Tischmitglieder wöchentlich in der Zeitung aus dem Polizeibericht entnehmen konnten, was diese Zahlen bedeuteten.
In der Sondierungsphase vor Ich bin stark war klar, dass RT Singen ein Sozialprojekt wollte, dass Kriminalität verhindern kann, früh ansetzt, potentielle Opfer stark macht und nicht erst dann wirkt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.
Zwei Jahre später also wird es (flächendeckend landesweit zum ersten Mal) in den Grundschulen in Singen ab dem Schuljahr 2009 / 2010 allen Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen ermöglicht, einen Kriminalpräventationskurs zu besuchen, in dem die Kinder lernen, ihre Bedürfnisse kundzutun, sich gegen Gewalt zu wehren, Hilfe zu holen und schlechte Geheimnisse von guten Geheimnissen zu unterscheiden.
Die Kurse will der Singener Tisch künftig jedes Jahr anbieten. Im ersten Jahr werden rund 400 Schülerinnen und Schüler von der Maßnahme profitieren.
Die Kurse werden von Thomas Colberg und Bianca Neusser, beides erfahrene Trainer, durchgeführt. Beide gaben Beispiele und eine Kostprobe ihres Könnens auf dem Hegautower. Wer Bianca Neusser nein sagen gehört und gesehen hat, vergisst das nicht mehr so schnell.
Singens Tisch-Präsident Ulf Heidegger hat das Projekt vorgestellt, dessen Ursprünge noch in der Amtszeit von Oliver Bartram lagen. Verbalen Applaus für das neue Projekt gaben MdB Andreas Jung, MdL Veronika Netzhammer, der Leiter der Kriminalprävention der Polizeidirektion Konstanz, Jürgen Harder, der Leiter der Singener Kriminalpräventionsstelle, Michael Gnädig und nicht zuletzt die Konrektorin der ersten Schule, die von Ich bin stark
profitiert: Katharina Ache-Hirschmann von der Hardtschule in Singen wird ihre Viertklässler als erstes stark machen.
Die Kickoff-Veranstaltung im Singener Hegautower am 12.9. sollte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Das Projekt vorstellen und den über 100 Gästen Spaß machen. Vizepräsident Matthias Greutter und Anatol Hennig führten durchs Programm. Im Verlauf kam die "Geheimsache Igel" auf die Bühne, ein Stück, das so lehrreich wie eindrücklich Kindern wie Erwachsenen zeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder lernen, sich für Ihre Bedürfnisse einzusetzen und gegen Gewalt zu wehren. Dina Roos zeichnete hier verantwortlich. Das Stück wurde unterstützt von jungen und außerordentlich talentierten Musikern der Jugendmusikschule Singen (als Band gerade neu gegründet: Beat Zaps) unter Leitung von Christopher Reinbold. Und für Gaumenfreuden sorgte Klaus Neidhardt vom Haus Gottfried in Moos, der seine RT-Zeit übrigens in Konstanz verbrachte.
Nach dem offiziellen Programm war die Bar auf dem Dach des Hegautowers geöffnet, das insbesondere von den Schweizerischen Tischkollegen aus Schaffhausen sogar dafür genutzt wurde über den Dächern Singens ein Tänzchen zu wagen. An dieser Stelle möchte der Tiscdh sich nochmals für die rege Beteiligung aus Schaffhausen an dem Abend bedanken.
Fazit: Ich bin stark läuft an, die Finanzierung der ersten 400 Kurse über Spenden ist absehbar auch dank einer großzügigen Spende von Singens Old Tablern und der Rückenwind aus Singens Gesellschaft für das Projekt ist da.
RT Singen fühlt sich bestärkt in dem Glauben, dass Ich bin stark langfristig und flächendeckend wirken kann. Und: Dank einer Küche, die keinen Abzug hatte, durften Tabler und Gäste die Feuermelder des Hegautowers testen und wir wissen jetzt, dass die Brandmeldeanlage wirklich laut ist.











