(openPR) Jeder kennt ihn: Samson, den gutmütigen Zottelbären aus der Sesamstraße mit einer Vorliebe für Würstchen, gebrannte Mandeln und sein Schnuffeltuch. Doch nur wenige wissen etwas über diejenigen, die über Generationen hinweg im Inneren der großen Puppe gesteckt haben, um dem Liebling aller Kinder Leben einzuhauchen. Einer von ihnen ist Peter Röders. Seit über 30 Jahren baut er in seiner Werkstatt in Idstedt nun selber Puppen – und dies im Moment mit einem ganz besonderen Auftrag: Gemeinsam mit seiner Frau Claudia erweckt Röders den Wikingerjungen „Lasse“, das Maskottchen der Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion, zum Leben.
Peter Röders Leidenschaft für Puppenbau und Figurentheater hat eine lange Geschichte. Schon in den 60er Jahren erfand und baute der gelernte Heilpädagoge die ersten Kostümpuppen, damals, um sie bei der Arbeit mit behinderten Kindern einzusetzen. Es folgten ereignisreiche Jahre, in denen Röders gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau mit einem Straßentheater durch die Lande zog, als Puppenspieler im Kaspertheater der Kieler Nachrichten wirkte und auf vielen weiteren Bühnen mit den selbst kreierten Puppen kleine und große Zuschauer begeisterte.
Im Jahr 1978 sollte ein unerwarteter Anruf dafür sorgen, dass das Ehepaar Röders sesshaft wurde. Und zwar in der weltweit berühmten Sesamstraße. Der NDR war auf der Suche nach neuen Darstellern für die Kinderhelden Samson und Tiffi - und wurde in den beiden passionierten Puppenspielern fündig. Sechs Jahre lang wurde Samson zum zweiten Ich des Peter Röders. Eine Zeit, an die er nur zu gern zurück denkt und in der er neben der Schauspielerei auch seine Liebe zum Puppenbau weiter auslebte. Das Resultat war Herr von Bödefeld. Von Röders entworfen und gebaut, war die immer etwas eitle und empfindliche Figur noch Teil des deutschen Sesamstraßen-Ensembles, als sich der Samson-Darsteller schon verabschiedet hatte, um sich ganz auf die eigene Puppenwerkstatt und das eigene Puppentheater zu konzentrieren.
„fabula-Filmpuppen“ heißt die Firma für Puppendesign und Puppenanimation, die Peter Röders und seine dritte Frau Claudia seit Jahrzehnten mit ihrem gesamten Herzblut betreiben. Betritt man ihre Werkstatt in einem alten, efeuberankten Haus in Idstedt nahe Schleswig, wird man schon an der Tür von einem lilafarbenen Ungetüm empfangen. Das TUI-Monster, Maskottchen des größten Touristikkonzerns Europas, hält hier wache, zumindest so lange, bis es nach einer Generalüberholung wieder seinem Besitzer übergeben wird. Über seine breite Schulter mustern zahlreiche weitere bekannte Augenpaare den Besucher, mal erfreut, mal skeptisch. „Hier steckst du also“ möchte man sagen, wenn man in die Knopfaugen des Raben Rudi aus der Kindersendung „Siebenstein“ blickt oder den blasierten Blick von Herrn von Bödefeld auffängt. Hinter ihnen liegt, gebettet auf Berge aus Schaumstoff, Karlchen, die Moderationspuppe von RTL. Und an der Decke baumelt ein großer schwarzweiß gestreifter Kegel, der Rumpf des Zebras von THW-Kiel.
Bei Röders geht die gesamte Puppenprominenz Deutschlands ein und aus. Und dies mit großem Vergnügen. Denn schließlich waren es die Puppendesigner, die sie geschaffen haben. Aufträge kommen von Unternehmen, Medien und Agenturen aus der gesamten Bundesrepublik. Auf Basis von gelieferten Zeichnungen und Skizzen entstehen so in den Händen von Peter und Claudia Röders tagtäglich immer neue Fernseh-, Theater- und Werbepuppen in allen erdenklichen Formen und Farben. Das Reportoire reicht von lebensgroßen Filmpuppen und Walk-Acts für Messen und Präsentationen über Kostümpuppen und Klappmaulpuppen bis hin zu Handpuppen, Stabpuppen, Plüschpuppen, sowie Puppen, wie sie aus der Muppet Show bekannt sind. Nach wie vor erfindet und produziert das Ehepaar auch noch seine eigenen Figuren. Mit diesen sind sie dann in etwas ruhigeren Zeiten mit ihrem eigenen Theater, dem „fabula-Theater“ unterwegs.
Seit einiger Zeit nun sitzen der Samson a.D. und seine Gattin aber in einer ganz besonderen Mission an ihrer Werkbank: Es gilt, einem kleinen Wikingerjungen das Laufen zu lehren. Die Rede ist von „Lasse“, dem Maskottchen der Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion. Bisher nur als gezeichnete Figur vorhanden, soll der gar nicht wilde Nord mann, der immer einen Strauß Blumen in der Hand hält, bald als Botschafter der ersten Landesgartenschau Schleswig-Holsteins durch das Land zwischen den Meeren ziehen. Das 164tägige Großereignis findet vom 25. April bis zum 5. Oktober 2008 in der Kulturstadt Schleswig direkt am Ostseefjord Schlei statt. „Lasse ist eine wirklich schöne Figur“, so Claudia Röders.
„Es ist toll, einmal einen so menschlichen Charakter zu bauen. Normalerweise haben wir es ja fast ausschließlich mit Tieren oder Fantasiefiguren zu tun. Somit ist Lasse eine echte Herausforderung. Wir probieren auch viel aus, zum Beispiel mit den Händen.“
Die Arbeit von Claudia und Peter Röders ist ein kreativer Prozess, der im Kopf beginnt und in dem sich die Puppe dann durch echtes Handwerk Schritt für Schritt entwickelt. Ob eine Figur perfekt geworden ist, können die Puppendesigner immer erst dann sehen, wenn sie komplett fertig ist. Denn erst zu diesem Zeitpunkt offenbart die Puppe ihre vollständige Persönlichkeit. „Als wir den Schaumstoff-Rohling von Lasses Kopf in den Händen hielten, dachten wir zunächst, er sei viel zu schmal. Erst als er komplett bezogen war, haben wir dann gesehen, dass es doch passt“, berichtet Peter Röders.
Und es passt in der Tat! Puppenkopf und Vorlage gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Nur ist die fast fertige Puppe mit ihren stattlichen Größe von 1,96 m um Einiges beeindruckender. Gehüllt ist Lasse in grasgrüne Hosen und einen blauen Pullover, auf dem das Landesgartenschau-Logo prangt. Die Kleider wie auch der Rest der Figur bestehen aus so genanntem „Anti-Pilling-Fleece“, einem leichten und schwer brennbaren Material.
Schon im kommenden Monat wird Lasse erstmals in der Öffentlichkeit erscheinen. Mit einem strahlenden Lächeln und, wie gewohnt, mit Blumen in der Hand. Und sicher auch mit einer gehörigen Portion Stolz auf seine Herkunft, dem Puppenparadies in Idstedt. Die Organisatoren der Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion sind sich jedenfalls sicher: Mit so viel geballter Flower-Power kann das Landesgartenschau-Debüt Schleswig-Holsteins nur ein voller Erfolg werden.
Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion gGmbH
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Am 25. April 2008 öffnet in der Kulturstadt Schleswig die erste Landesgartenschau Schleswig-Holsteins ihre Pforten. Fünf Monate lang begeistert sie die Besucher mit einem einzigartigen und farbenfrohen Ensemble aus Spiel, Spaß, Entspannung, Natur, Kunst und Kultur.
Die ca. 16 ha großen Königswiesen, direkt am Ostseefjord Schlei gelegen, bilden bis zum 5. Oktober 2008 den grünen Kern der Landesgartenschau 2008 Schleswig-Schleiregion. Hier erwartet den Besucher nicht nur ein spektakuläres Veranstaltungsprogramm, sondern vor allem ein prächtiges Blumenparadies. Neben einer begeisternden Vielfalt an Themengärten sorgen acht Blumenschauen während der gesamten Gartenschau für farbenfrohe Abwechslung. Doch damit nicht genug: Die historischen Gärten Schleswigs, wie der Barockgarten von Schloß Gottorf und der Bibelgarten beim St. Johannis Kloster, werden ebenfalls Teil der Landesgartenschau.











